Behandlung der Schwitzen (Hyperhidrose)

Behandlung der Schwitzen (Hyperhidrose)

Starkes Schwitzen unter den Achseln, an den Händen und Füßen oder im Gesicht kann den Alltag stark beeinträchtigen. Oft verstärkt die Angst, dass Schweissflecken oder feuchte Hände bemerkt werden, das Schwitzen sogar noch. Viele Patienten haben bereits eine Eigenbehandlung mit Salbei oder diversen Deos versucht, bevor sie sich beim Hautarzt vorstellen.

Manchmal liegt dem verstärkten Schwitzen eine Erkrankung zugrunde, z. B. eine Schilddrüsenerkrankung. Dann tritt das Schwitzen jedoch fast immer am ganzen Körper auf. Bei dem örtlich beschränktem Schwitzen findet sich fast nie eine zugrunde liegende Erkrankung. Die Schwere des örtlichen Schwitzens wird rein aufgrund der klinischen Angaben des Patienten diagnostiziert und richtet sich nach der Einschränkung im Alltag.

Hyperhidrose Schwere-Einteilung nach der Kanadischen Expertengruppe:

  • Schweregrad 1: Mein Schwitzen fällt nie auf und stört nie meinen Alltag
  • Schweregrad 2: Mein Schwitzen ist auszuhalten und stört manchmal meinen Alltag
  • Schweregrad 3: Mein Schwitzen ist kaum auszuhalten und stört häufig meinen Alltag
  • Schweregrad 4: Mein Schwitzen ist nicht auszuhalten und stört immer meinen Alltag

Ab einem Schweregrad 2 wird zu einer Behandlung geraten.

Glücklicherweise gibt es Arzneimittel und Methoden, das starke lokalisierte Schwitzen zu reduzieren.
Von den nationalen und internationalen Fachgesellschaften wird empfohlen mit sicheren nicht-operativen Behandlungen zu beginnen.

In der ersten Stufe kann gleichberechtigt eine Behandlung mit Botulinumtoxin A (z. B. Botox ® oder Vistabel®), Aluminiumchlorid oder ggf. mit der Iontophorese erfolgen. In der zweiten Stufe können operative Therapien eingesetzt werden. Im Bereich der Achseln, z. B. die Absaugung der Schweissdrüsen.

Eine schwache Hyperhidrose kann mit Aluminiumchlorid behandelt werden, das in einem Gel oder in einer Lösung auf die schwitzenden Areale 1-3 x pro Woche aufgetragen wird. Aluminiumchlorid brennt allerdings oft auf der Haut und kann die Kleidung verfärben.

Bei der Iontophorese wird Gleichstrom 2-5 x pro Woche über 20 Minuten in einem Bad oder mit feuchten Kissen auf die Haut gebracht. Die Behandlung ist aufwendig und die Wirkung, die man erzielen kann ist eher gering.

Bei einer Behandlung mit Botulinumtoxin A (Botox®) wird das sichere Arzneimittel vom Dermatologet direkt in feinster Dosis genau in die ruhig zu stellende Schweißzone injiziert. BOTOX ist in der Schweiz, in Deutschland und in den USA als Arzneimittel zur Behandlung krankhaften Schwitzens (Hyperhidrose) in den Achseln zugelassen. Die Wirkung der Behandlung baut sich stetig innerhalb weniger Tage auf. Der vollständige Erfolg einer Behandlung wird nach 1 bis 2 Wochen sichtbar und fühlbar werden.

Am häufigsten hält die Wirkung etwa 8 Monate an. 
Bei der Injektion von Botuinumtoxin A oder B handelt es sich um eine grundsätzlich gut verträgliche und schon seit 1979 auch bei anderen Anwendungen überwachte Behandlungsmethode.
Dennoch können auch bei dieser Behandlung Nebenwirkungen auftreten.
Am häufigsten von uns beobachtete Nebenwirkungen sind in der Regel von nur vorübergehender Dauer:
- Örtliche Blutergüsse und Schwellungen am Injektionspunkt
- Leichte Spannungsgefühle im Umfeld der behandelten Körperstellen.

Hyperhidrose

Welche Beschwerden deuten auf eine Hyperhidrose?

Normales Schwitzen

Dass wir im Sommer verstärkt schwitzen ist ganz normal, da der Körper die von außen kommende Wärme im Rahmen der Körpertemperaturregulation zu einer erhöhten Schweißproduktion aktiviert.

Übergang zur Hyperhidrose

Dennoch gibt es viele Betroffene, die andauernd oder in Stresssituationen von einem Moment zum anderen Schweißausbrüche haben. Je nach Konstitution reichen die Beschwerden von Schweißperlen auf der Stirn, Achselnässe bis hin zu feuchten Innenflächen der Hände.

Wenn dies ohne extreme körperliche Anstrengung auftritt, häufiges Duschen und Händewaschen kaum helfen oder die durchgeschwitzte Kleidung mehrmals täglich gewechselt werden muss, dann kann dies auf eine Hyperhidrose-Erkrankung hinweisen.

Diagnose durch den Arzt

Mediziner sprechen dann von einer Hyperhidrose, der krankhaften Form des Schwitzens, wenn die Schweißproduktion 30 mg pro Minute überschreitet (die individuelle Schweißproduktion kann mit Hilfe einfacher Tests bei Ihrem Arzt bestimmt werden).

Zur Feststellung einer Hyperhidrose-Erkrankung sind auch das Beschwerdebild, die Lebenssituation des Betroffenen und die Krankheitsgeschichte für den Arzt besonders wichtig.

Welche Ursachen hat die Hyperhidrose?

Häufige Auslöser

Oft ist die Hyperhidrose Begleiterscheinung einer anderen Grund-erkrankung. Nicht selten tritt sie z. B. bei Diabetes-Patienten, Patienten mit Bluthochdruck, Übergewicht oder Schilddrüsenkranken auf.

Weitere Grunderkrankungen

Aber auch bei Störungen des Hormonsystems, z. B. in den Wechseljahren oder in Folge der Behandlung mit verschiedenen Arzneimitteln,
kann eine Hyperhidrose hinzukommen. Eine genetische Veranlagung ist insbesondere bei der primären Hyperhidrose, die ohne jegliche Grunderkrankung auftritt, wahrscheinlich.

Lebensqualität von Betroffenen

Mehr als die Hälfte der Patienten sind bei der Ausübung ihres Berufes durch das übermäßige Schwitzen beeinträchtigt – sie erledigten die Aufgaben weniger sorg-fältig und können aufgrund ihrer Arbeitsweise das Pensum kaum bewältigen. Mehr als 80,5 % aller Betroffenen schienen keine gute Lebensqualität vor der durchgeführten Behandlung zu haben.

Auch im gesellschaftlichen Leben ziehen sich viele Betroffene aus ihrem Umfeld
zurück – es ist Ihnen peinlich, denn die Stellung des Schwitzens ist nach wie vor negativ belegt, es gilt als unhygienisch oder asozial. Viele leiden derart unter den Symptomen, dass sie jeglichen Kontakt nach außen meiden und die Psyche stark darunter leidet.

Eigeninitiative ist wichtig

Sprechen Sie mit Ihrem Haus- oder Hautarzt über Ihre Vermutung. Er kann mit Hilfe einfacher Tests vor Ort eine Diagnose stellen und sie entsprechend kompetent und wirksam behandeln.
Gehen Sie auf Ihr Umfeld zu, sprechen Sie mit Ihren Familienangehörigen, Freunden und Kollegen über Ihre Erkrankung und informieren Sie diese hierüber – schon dann werden Sie eine ganz andere Reaktion erfahren, mit deutlich weniger Hemmungen und Vorurteilen.

In Ihrem Alltag hilft es gerade bei emotionalem Schwitzen, sich ausgleichende Tätigkeiten in der Freizeit zu suchen, wie z. B. autogenes Training, Yoga oder Walking. Diese helfen dauerhaft die Therapie zu unterstützen und mit Stress besser umzugehen.

Verzichten Sie auf schweißtreibende Lebensmittel wie Kaffee, Tee oder Alkohol. Auch Nikotin hat eine blutdrucksteigernde und anregende Wirkung, wodurch unser Körper zunehmend schwitzen kann – versuchen Sie hier aktiv Ihr Rauchverhalten zu optimieren, z. B. mit Nikotinpflastern. Nutzen Sie Informationsquellen wie Apothekenzeitschriften, Fachbücher oder Selbsthilfegruppen. Auch das Internet bietet eine große Vielzahl an kompetenten Inhalten zum Thema.

Hier einige Empfehlungen: http://www.dermatologe-zuerich.ch
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