Akne

Was ist Akne?

Unter dem Begriff Akne versteht man unterschiedlich ausgeprägte krankhaft-entzündliche Veränderungen der Haut in Form von Mitessern (Komedonen), Papeln (rote Knötchen unter der Haut), Pusteln (Eiterpickel) und Knoten, die auf eine Erkrankung der Talgdrüsenfollikel zurückzuführen sind. Akne ist nicht ansteckend.

Der Name Akne stammt ab von dem griechischen Wort Akme und bedeutet Reife, Höhepunkt. Weltweit ist die Akne die häufigste Erkrankung der Haut. Insbesondere Teenager und Heranwachsende sind während der Phase der Pubertät häufig davon betroffen (70-87 %). Kriterien, nach denen unterschiedliche Akneformen unterschieden werden, sind: Lebensalter der Betroffenen, Ausprägung und Schweregrad sowie Ursachen der Erkrankung.

Typische Akneformen, die in speziellen Altersgruppen auftreten

  1. Acne neonatorum: Akne bei Neugeborenen.
  2. Acne infantum: Akne in der Zeit vor der Pubertät, ab 3. Lebensmonat.
  3. Acne juvenilis: Akne bei Jugendlichen und Heranwachsenden.
  4. Acne adultorum: Akne bei Erwachsenen; Acne tarda (Spätakne), tritt i. d. R. nach dem 25 Lebensjahr auf.

Akneformen unterschieden nach Ausprägung und Schweregrad

  1. Acne comedonica: Es treten Komedonen (Mitesser; Talganhäufungen in den Ausführungsgängen der Talgdrüsen) auf und es zeigen sich maximal einige wenige, sehr leicht entzündete Knötchen (Papeln); keine Gefahr der Narbenbildung.
  2. Acne papulo-pustulosa: Es treten viele Papeln und Pusteln (Eiterbläschen) auf; Entzündungsprozesse können Narbenbildung zur Folge haben.
  3. Acne conglobata: Neben Papeln und Pusteln treten auch Fistelkomedonen (zwei oder mehr Komedonen sind durch Gangsysteme verbunden) und Knoten auf; Vernarbungen sind die Regel.
  4. Acne fulminans (Acne maligna): vergleichbar mit der Acne conglobata; zusätzliche Symptome: Fieber, Gelenkentzündung, Leukozytose.

Akneformen unterschieden nach Ursachen

Als dritte Möglichkeit der Differenzierung können die unterschiedlichen Akneformen eingeteilt werden nach den zugrunde liegenden Ursachen:

1. Endogene Akneformen: Akneformen mit Ursachen, die im Körper lokalisiert sind; z. B.

  • Stoffwechsel-/Hormonumstellungen in der Pubertät, kann aber auch im Erwachsenenalter z. B. aufgrund von Stoffwechselstörungen auftreten;
  • Androgenetische Akne: tritt bei manchen Frauen z. B. einige Zeit nach einer Geburt oder nach Absetzen der Pille auf; Hintergrund sind Hormonumstellungen;
  • Acne excoriée de jeune fille, auch: Acne arteficialis („Knibbelakne“): tritt auf bei (jungen) Frauen, die zwanghaft schon bei geringen Hautveränderungen die Haut kratzen, quetschen oder drücken; Hintergrund ist ein i. d. R. behandlungsbedürftiges psychisches Problem.

2. Exogene Akneformen: Akneformen mit Ursachen, die außerhalb des Körpers lokalisiert sind; hierzu zählen

  • Acne aestivalis („Mallorca-Akne“): tritt auf nach Sonnenbestrahlung; Ursache sind vermutlich UV-induzierte chemische Reaktionen zwischen freien Radikalen und Lipiden (z. B. aus Kosmetika, Sonnencreme oder Talg), wodurch entzündungsfördernde Stoffe entstehen;
  • Acne cosmetica: tritt auf nach Auftragen von komedogenen Kosmetika;
  • Acne medicamentosa: tritt auf, wenn bestimmte Medikamente eingenommen wurden (z. B. mit Wirkstoffen wie Lithium, Kortikosteroiden u. a.) oder aber auch bei sehr hohen Dosierungen von bestimmten Vitaminen (B6, B12, D2);
  • Acne venenata (Kontaktakne): z. B. Chlor-, Öl- oder Teerakne, auch „Berufsakne“ genannt, da der Kontakt mit dem auslösenden Stoff meist im Berufsalltag zustande kommt.

3. Sonstige Akneformen: z. B.

  • Acne inversa: gravierende Entzündung von Talgdrüsen und Haarfollikeln, häufig z. B. in Achselhöhlen oder Gesäßfalte; Ursachen sind unklar, Rauchen scheint als exogener Faktor bei der Entstehung von Bedeutung zu sein.

Gerüchte über Akne

Über die Akne kursieren viele Gerüchte, die jedoch wissenschaftlich nicht belegt sind. Wichtig zu wissen ist daher: Die Akne ist kein Zeichen für eine Allergie bzw. eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Ebenso wenig ist die Akne Folge schlechter Körperhygiene (häufiges Waschen, insbesondere mit ungeeigneten Seifen o. a. Substanzen kann im Gegenteil die Akne fördern).

In früheren Zeiten wurden zudem insbesondere pubertierende Jugendliche z. B. auch gerne mit der Fehlinformation konfrontiert, dass die Akne Folge sexueller Gedanken und Handlungen sei. Und schließlich herrscht bis heute unter Laien und Betroffenen die irrige Ansicht, dass man Pickel und Mitesser ausdrücken müsse. Von solcherlei Selbstbehandlungen ist dringend abzuraten, da sie zu Infektionen, vergrößerten Wunden und letztendlich zu einer verstärkten Narbenbildung führen können.

Leben mit Akne

Wie bereits oben erwähnt ist die Akne eine Hauterkrankung, die sehr viele Menschen betrifft. Insbesondere Jugendliche leiden zu einem großen Teil zeitweise oder auch über einen längeren Zeitraum geringfügig bis sehr stark unter Akne. Doch auch im Erwachsenenalter kann Akne zu einem nicht nur kosmetischen, sondern auch medizinischen und z. T. auch zu einem psychologischen Problem werden. Durch eine konsequente, durch einen Hautarzt begleitete Aknetherapie kann für die meisten Betroffenen eine deutliche Besserung des Hautbildes erzielt werden.

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