Therapie der Akne

Diese erfolgt in der Regel topisch. Bei Vorliegen einer Acne conglobata sowie auf eine äußerliche Behandlung ungenügend ansprechende Akneverläufe ist die orale Isotretinoingabe notwendig.

Topische Aknebehandlung

Aknebasistherapie

Die störende Seborrhö wird durch optimierte Aknebasistherapeutika behandelt, die auch noch über einen gewissen Zeitraum nach Abheilung spezifischer Akneläsionen im Rahmen eines präventiven Ansatzes Verwendung finden sollen. Tabelle 2 listet hautverträgliche Produkte auf. Weiteres Ziel der Basistherapie ist eine Milderung der durch spezifische Aknetherapeutika verursachten irritativen Reaktionen. Durch eine Akne-gerechte Basistherapie wird zum einen verhindert, dass der Therapieeffekt durch nicht-adäquate

Pflegepräparate gestört wird und zum anderen dass die Medikamenten-induzierten Nebenwirkungen nicht zu einem Abbruch der Behandlung durch den Patienten führen.

Tabelle 2 Für Reinigung und Pflege bei Aknepatienten empfehlenswerte Produkte

Produkt Reinigung Pflege Tonic
Effaclar Reinigender Gesichtsschaum A.I. Fluid Klärende Reinigunslotion
Hydroderm Gesichts-Reinigung Gesichts-Fluid Gesichts-Tonic
Sébium Reinigungsgel AKN Active Creme

Diät und Akne

Ein hoher Konsum von Milchprodukten und Nahrungsmitteln mit einem hohen glykämischen Index können Akne über erhöhten 5-alpha-Dihydrotestosteron-Spiegel verschlechtern. Der glykämische Index beschreibt die Wirkung von Kohlenhydraten auf den Blutzuckerspiegel. Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index induzieren einen starken Insulinanstieg. Hierzu gehören z.B. Bratkartoffeln, Pommes frites oder sehr weißes Brot, das für die Zubereitung von Hamburgern verwendet wird.

Diagnostik

Die Diagnose wird klinisch gestellt. Laboruntersuchungen sind nicht notwendig.

Differentialdiagnose

Der Komedo ist die zentrale Effloreszenz, die die Akne charakterisiert und die auch die Abgrenzung gegenüber anderen im Gesicht lokalisierten Erkrankungen möglich macht (Tabelle 1).

Tabelle 1 Differentialdiagnosen und wichtige klinische Unterscheidungshilfen zur Abgrenzung

Erkrankung Abgrenzungsmöglichkeiten zur Akne
Periorale Dermatits Lokalisation betont perioral, perinasal und periokulär;keine Komedonen;
Rosacea neben Papeln und Papulopusteln auch Teleangiektasien und persistierende Erytheme im Wangenbereich; keine Komedone

Dermatitis, periorale: Diagnose

Dermatitis, periorale: Diagnose

Die Diagnose der Mundrose (periorale Dermatitis) kann aufgrund der Vorgeschichte in Verbindung mit dem typischen Erscheinungsbild gestellt werden. Im Gespräch wird nach den gewohnheitsmäßig verwendeten Hautpflegemittel gefragt. Eine allergische Hautreaktion, zum Beispiel in Form eines Kontaktekzems oder eine chronische Hauterkrankung wie die Rosazea müssen diagnostisch ausgeschlossen werden.

Dermatitis, atopische: Diagnose

Dermatitis, atopische: Diagnose

Bei der Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) erfolgt die Diagnose anhand der Krankengeschichte (Anamnese) und einer gründlichen körperlichen Untersuchung. Die Anamnese ergibt in vielen Fällen Hinweise auf eine Allergie oder deckt auf, dass Verwandte des Betroffenen eine Neurodermitis haben. Bei der Untersuchung liefern oft die Körperstellen, an denen die Hautveränderungen auftreten, schon Hinweise darauf, ob es sich um eine Neurodermitis handelt oder nicht.

Außerdem gibt es körperliche Merkmale, die bei Neurodermitis verstärkt auftreten und so zur Diagnose beitragen können, wie vertiefte Handlinien (Ichthyosis-Hände), eine doppelte Falte am Augenunterlid (sog. Dennie-Morgan-Falte) oder verstärkte Schatten im Bereich der Augen (übernächtigtes Aussehen).

Zusätzlich können Hauttests und Blutuntersuchungen bei der Neurodermitis-Diagnose darüber Aufschluss geben, wie empfindlich die Betroffenen auf bestimmte Fremdstoffe reagieren.

Hauttests

Bei einer Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) sollen zur Diagnose eingesetzte Hauttests Aufschluss darüber geben, ob der Körper auf bestimmte Substanzen mit einer überschießenden Immunantwort reagiert. Dies ist bei Neurodermitis typischerweise der Fall. Übliche Substanzen, auf die man testet, sind zum Beispiel Blütenpollen, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel oder Tierhaare. Dabei bringt man Flüssigkeiten, in denen diese Allergene gelöst sind, durch kleine Kratzer in die Haut ein (sog. Prick-Test) oder befestigt sie mit Pflastern auf der Haut. Je nach Test lässt sich das Ergebnis nach Minuten oder wenigen Tagen ablesen.

Blutuntersuchungen

Mit den bei einer Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) zur Diagnose eingesetzten Blutuntersuchungen lässt sich überprüfen, ob Abwehrstoffe (Immunglobuline) vorhanden sind, welche die Entzündungsreaktion der Haut hervorrufen. Durch bestimmte Laboruntersuchungen lässt sich die Menge an sogenanntem Immunglobulin E (IgE) bestimmen, das bei Allergien und auch bei Neurodermitis erhöht ist. In einem weiteren Schritt ist es möglich, den Fremdstoff (Allergen) zu identifizieren, gegen den das IgE gerichtet ist.

Dellwarzen: Diagnose

Dellwarzen: Diagnose

Bei Dellwarzen (Molluscum contagiosum) wird die Diagnose durch das typische Erscheinungsbild der Warzen erleichert.

Besonders im Anfangsstadium können sie durch das ihr Aussehen aber mit anderen Erkrankungen wie zum Beispiel Genitalwarzen (Condylomata acuminata), gewöhnlichen Warzen (Verrucae vulgares) oder Fettablagerungen an der Haut (Xanthomen) verwechselt werden. Um im Zweifelsfall andere Warzenformen oder bösartige Veränderungen der Haut auszuschließen, kann eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und mikroskopisch untersucht werden.

Basaliom (Basalzellkarzinom): Definition

Basaliom (Basalzellkarzinom): Definition

Das Basaliom (Basalzellkarzinom) ist ein Tumor der Haut (Hautkrebs). Es entwickelt sich aus den sogenannten Basalzellen an der Basis der Oberhaut (Epidermis). An der entsprechenden Stelle bildet sich zunächst ein oft unbemerkt bleibendes Knötchen oder eine Verhärtung in der Haut. Die Färbung entspricht der normalen Haut.

Typisch für ein Basaliom sind sehr feine rote Äderchen (sog. Teleangiektasien) am Rand des Tumors. Manchmal ähnelt der helle Hautkrebs einer entzündlichen Hauterkrankung wie der Schuppenflechte (Psoriasis).

Es gibt verschiedene Erscheinungsformen des Basalioms:

  • Solides (knotiges) Basaliom: Glasiger, hautfarbener Tumor in Halbkugelform, der von erweiterten, geschlängelten Gefäßen (Teleangiektasien) überzogen ist.

  • Zikatrisierendes Basaliom: Sich in der Mitte verändernder, nach innen wachsender Tumor mit perlschnurartigem Rand und Teleangiektasien.

  • Sklerodermiformes Basaliom: Oft unauffällige (hautfarbene) Verhärtung des Gewebes ohne Teleangiektasien und perlschnurartigem Randsaum (daher oft unerkannt).

  • Exulzerierendes Basaliom (Ulcerus rodens): Oberflächlicher, sich ausbreitender Tumor mit perlschnuratigem Rand und Teleangiektasien, der nicht in tiefere Strukturen wächst.

  • Destruierendes Basaliom (Ulcus terebans): In die Tiefe wachsender Tumor, der Knorpel und Knochen zerstört und zu Blutungen neigt.

  • Pigmentiertes Basaliom: Stark pigmentiertes, knotiges oder oberflächliches Basaliom, mit glasiger Oberflächenbeschaffenheit, Teleangiektasien und perlschnurartigen Formationen.

  • Rumpfhautbasaliom (superfizielles Basaliom): Meist scharf begrenzter Herd von braun-rötlicher Farbe und unauffälliger perlschnurartiger Formation. Diese Basaliome findet man häufig bei älteren Personen, die sich in jungen Jahren aufgrund einer Schuppenflechte (Psoriasis) mit Arsen behandeln ließen.

Neben diesen Formen gibt es weitere Sonderformen von Basaliomen. Oft treten auch Mischformen auf.

Über einen Zeitraum von Monaten oder sogar Jahren bildet sich ein glasiger, kugeliger beziehungsweise knotiger Tumor mit aufgeworfenem Rand. Es gibt auch oberflächliche und krater- beziehungsweise geschwürartige Basaliome. Eine weitere Form des Basalioms ähnelt Narben, wobei der perlschnurartige Rand charakteristisch ist. Die tatsächliche Tumorgröße kann dabei über die sichtbaren Hautveränderungen hinausreichen. Größere Basaliome neigen dazu, sich in ihrer Mitte stark zu verändern und einzuschmelzen.

Ohne Behandlung wächst das Basaliom örtlich immer weiter. Es kann Knorpelgewebe und Knochen zerstören. Da es nur äußerst selten Tochtergeschwulste (Metastasen) im Körper bildet, gilt es als halbbösartig (semimaligne).

Obwohl dies kein medizinischer Fachbegriff ist, wird das Basaliom zusammen mit dem Spinaliom (Plattenepithelkarzinom) – einer weiteren Hautkrebsform – auch heller oder weißer Hautkrebs genannt, um es vom Melanom, dem schwarzen Hautkrebs, abzugrenzen.

Häufigkeit

Das Basaliom (Basalzellkarzinom) tritt bevorzugt im höheren Lebensalter auf (das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren). Durch das veränderte Freizeitverhalten (z.B. der Besuch von Solarien oder Reisen in Gebiete mit starker Sonneneinstrahlung) erkranken zunehmend auch jüngere Menschen am Basaliom. Blonde oder rothaarige, hellhäutige Menschen mit blauen Augen, die leicht einen Sonnenbrand bekommen (sog. keltischer Hauttyp), zählen zu den Hauptrisikogruppen für ein Basaliom. Auch Menschen, die im Freien arbeiten oder die sich aus anderen Gründen intensiv UV-Strahlung aussetzen, sind besonders gefährdet.

Ein Basaliom entwickelt sich typischerweise an den stark dem Licht ausgesetzten Stellen des Gesichts und des Kopfs (Glatze) sowie am Hals (80 % der Fälle). Äußerst selten ist es am Rumpf zu finden.

In der hellhäutigen Bevölkerung ist das Basaliom der häufigste bösartige Hauttumor. In Deutschland erkranken etwa 100 von 100.000 Einwohnern jährlich an einem Basaliom – dies entspricht einer Häufigkeit von 0,1 Prozent.