Haut in der Schwangerschaft

Haut in der Schwangerschaft

Durch die hormonelle Umstellung, vermehrte Wassereinlagerungen und ein erhöhtes Blutvolumen erscheint die Haut der meisten Schwangeren straffer und rosiger, Fältchen verschwinden fast vollkommen. Auch die Nägel strotzen vor Gesundheit und sind widerstandsfähiger.

Die Beschaffenheit der Haut ist jedoch auch bei Schwangeren sehr unterschiedlich. Bei manchen Frauen wird die Haut in der Schwangerschaft trockener, bei anderen fettiger. Bei einigen verschwindet Akne, bei anderen bilden sich vermehrt Pickel und Mitesser. Neurodermitis kann sich während der Schwangerschaft verschlimmern. Wichtig ist deshalb, dass Sie Ihre Pflegeprodukte dem neuen Hauttyp anpassen. Eine Kosmetikerin kann Sie beraten, welche Produkte die richtigen für Sie sind.

Ihre alten Cremes und Lotions brauchen Sie aber auf keinen Fall wegzuwerfen: Schon kurze Zeit nach der Entbindung normalisiert sich Ihre Haut wieder.

Mit ein paar Tricks unterstützen Sie Ihre Haut während der Schwangerschaft optimal und beugen Hautunreinheiten und Juckreiz vor:

  • Tragen Sie bequeme Kleidung.
  • Ernähren Sie sich fettarm.
  • Trinken Sie viel (mindestens 2,5 Liter).
  • Verwenden Sie Seifen, die nicht austrocknen.
  • Verwenden Sie reichhaltige Körperlotions, Cremes oder Körperöle.
  • Trinken Sie Pfefferminz- und Schafgarbentee (Achtung: Pfefferminztee kann kurz vor der Geburt die Milchbildung hemmen).

Pigmentierung

Die meisten Schwangeren bemerken eine verstärkte Pigmentierung, besonders an Brustwarzen, Oberschenkeln, Achselhöhlen und im Gesicht (Mutterflecken oder auch Chloasma). Leberflecken und Sommersprossen erscheinen dunkler und am Bauch kann sich, besonders zum Ende der Schwangerschaft hin, eine dunkle Linie bilden, die Linea nigra, die zwischen Bauchnabel und Schamhaaren verläuft.

Die Pigmentierungen verblassen nach der Geburt wieder und stellen kein gesundheitliches Risiko für Mutter und Kind dar!

Juckreiz

Besonders in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kann es zu vermehrtem Juckreiz kommen. Dieser ist hormonell bedingt und wird durch die zunehmende Dehnung der Haut verstärkt. Die erhöhte Schweißbildung reizt die Haut zusätzlich. Selten ist der Juckreiz ein Zeichen für eine Leberstörung: Wenn der Juckreiz anhält, zunehmend stärker wird und entwickeln sich Entzündungen auf der Haut entwickeln, sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme sprechen.

UV-Strahlung

Während der Schwangerschaft ist Ihre Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung. Es kann zu Hautreizungen und übermäßigen Pigmentflecken kommen oder Sie entwickeln eine Sonnenallergie. UV-Strahlung unterstützt außerdem vermutlich den Abbau von Folsäure, die gerade in den ersten Schwangerschaftswochen besonders wichtig für das Ungeborene ist.

Ein kleines Sonnenbad schadet Ihnen nicht, im Gegenteil, Sonne ist gesund und Sie sollen sich nicht im Dunkeln verstecken.

Verzichten Sie aber auf ausgedehnte Sonnenbäder, besonders zur Mittagszeit, und sehen Sie während der Schwangerschaft von Besuchen im Solarium ab!

Kosmetika

Sie können auch in der Schwangerschaft bedenkenlos Kosmetika verwenden. Auch Nagellack ist unbedenklich, allerdings sollten Sie beim Lackieren der Nägel und besonders, wenn Sie Nagellackentferner verwenden, für ausreichend Belüftung sorgen, damit Sie möglichst wenig der giftigen Dämpfe einatmen.

Schwitzen: Therapie

Schwitzen: Therapie

Gegen Schwitzen beziehungsweise Schweißausbrüche ist in der Regel keine ärztliche Therapie erforderlich. Meist reichen bei starkem Schwitzen Eigenmaßnahmen zur Behandlung aus:

Um ein übermäßiges Schwitzen oder Schweißausbrüche in bestimmten Körperregionen zu verringern, können Sie ein Antitranspirant verwenden. Antitranspirants gibt es als Puder, Cremes oder Lösungen (z.B. mit Aluminiumverbindungen oder Methenamin), welche die Schweißdrüsen zusammenziehen. Als weiteres Mittel gegen Schwitzen eignet sich Salbei, den Sie zum Beispiel als Tee zu sich nehmen können. Salbei hat ebenfalls eine zusammenziehende Wirkung auf die Schweißdrüsen, sodass Sie weniger schwitzen. Mit Deodorants und desinfizierende Seifen können Sie das Schwitzen zwar nicht vermindern oder gar stoppen, sie wirken aber gegen die bakterielle Zersetzung des Schweißes und verhindern damit eine Geruchsbildung. Wichtig ist bei starkem Schweißausbruch, viel zu trinken, um die verloren gegangene Flüssigkeit zu ersetzen.

Helfen diese selbst anzuwendenden Maßnahmen nicht gegen das Schwitzen, können Sie sich ärztlich behandeln lassen. Diese Behandlung hängt allgemein davon ab, wodurch es zu dem Schwitzen kommt und welche Körperstellen von der Schweißbildung betroffen sind. Es gibt konservative und operative Behandlungsmethoden:

  • Die konservative Therapie bei übermäßigem Schwitzen umfasst
    • die Iontophorese, eine Gleichstromanwendung, welche die Aktivität der Schweißdrüsen vermindert,
    • Botulinumtoxin-Injektionen, welche die Nervenleitung zu den Schweißdrüsen blockieren.
  • Die operative Therapie bei vermehrtem Schwitzen umfasst
    • die Entfernung der Schweißdrüsen (Exzision),
    • die Schweißdrüsenabsaugung (Saugkürettage),
    • die Blockade der das Schwitzen auslösenden Nerven (Sympathektomie).

Sind das Schwitzen oder Schweißausbrüche Anzeichen einer anderen Grunderkrankung, besteht die Therapie in erster Linie darin, diese Krankheit zu behandeln.

Läusebefall (Pedikulose): Diagnose

Um bei einem Läusebefall (Pedikulose) eine Diagnose zu stellen, nimmt der Arzt den gesamten Körper in Augenschein und betrachtet ihn eingehend mit einer Lupe bei guter Beleuchtung.

Dabei ist es wichtig, auch die Schambehaarung, die Achselhöhlen und die Wimpern zu untersuchen. Die gelbgraue Farbe der Läuse erschwert es, sie auf heller Haut zu erkennen. Nach einem Blutmahl nehmen die Läuse eine rostrote Farbe an und sind dann besser sichtbar.
•    Bei Kopflausbefall kann ein spezieller Läusekamm das Auffinden von Läusen oder ihren Eiern (den Nissen) erleichtern.
•    Liegt ein Filzlausbefall vor, untersucht der Arzt die Haut nicht nur auf Läuse und Nissen, sondern auch auf durch Läusestiche verursachte blaue Flecken (Taches bleues, Maculae caeruleae).
•    Kleiderläuse lassen sich hingegen an den Nähten von Unterwäsche und Kleidung ausfindig machen. Beim Betroffenen entstehen typische streifenförmige Hautmale durch das Kratzen.

Xeroderma pigmentosum: Diagnose

Xeroderma pigmentosum: Diagnose

Xeroderma pigmentosum ist eine seltene autosomal-rezessive Krankheit, die sich an der Haut und den Schleimhäuten zeigt und durch eine Überempfindlichkeit gegenüber ultravioletten Strahlen (UV-Strahlung) charakterisiert ist. Die auch Mondscheinkrankheit genannte Erkrankung beruht auf einem genetischen Defekt des DNA-Reparatursystems, welches bei gesunden Menschen ständig DNA-Schäden korrigiert, die durch den UV-Anteil des Lichts an der menschlichen Erbsubstanz (DNA) verursacht werden. Aufgrund dieses Reparaturdefekts kommt es nicht nur zu starken Sonnenbrandreaktionen, sondern es kann bereits im Kindesalter Hautkrebs entstehen. Betroffene Kinder werden auch als Mondscheinkinder bezeichnet, da sie jeden Kontakt mit Sonnenlicht meiden müssen und andererseits vom Mondlicht keine Gefährdung ausgeht, sodass die Betroffenen zumindest nach Sonnenuntergang ins Freie können.

Bei Xeroderma pigmentosum stellt der Arzt die Diagnose anhand der Symptome. Mithilfe einer Blut- oder Hautprobe kann er überprüfen, wie gut sich die DNA nach Aufenthalten im Sonnenlicht wieder erholt. In einigen Fällen ist bereits möglich, genau nachzuweisen, welcher Gendefekt vorliegt.

Wenn Xeroderma pigmentosum bereits häufiger in einer Familie aufgetaucht ist, kann die Diagnose der auch als Mondscheinkrankheit bezeichneten Erkrankung auch pränatal – also schon während der Schwangerschaft – gestellt werden. Dazu lässt der Arzt kindliche Zellen aus dem Fruchtwasser untersuchen, welche mittels einer sogenannten Amniozentese werden. Dabei sticht er mit einer feinen Kanüle durch die Bauchdecke der Mutter und entnimmt etwas Fruchtwasser. Dieses enthält Zellen des Kindes, die hinsichtlich der DNA-Reparatur beurteilt werden können.

Behandlung der Schwitzen (Hyperhidrose)

Behandlung der Schwitzen (Hyperhidrose)

Starkes Schwitzen unter den Achseln, an den Händen und Füßen oder im Gesicht kann den Alltag stark beeinträchtigen. Oft verstärkt die Angst, dass Schweissflecken oder feuchte Hände bemerkt werden, das Schwitzen sogar noch. Viele Patienten haben bereits eine Eigenbehandlung mit Salbei oder diversen Deos versucht, bevor sie sich beim Hautarzt vorstellen.

Manchmal liegt dem verstärkten Schwitzen eine Erkrankung zugrunde, z. B. eine Schilddrüsenerkrankung. Dann tritt das Schwitzen jedoch fast immer am ganzen Körper auf. Bei dem örtlich beschränktem Schwitzen findet sich fast nie eine zugrunde liegende Erkrankung. Die Schwere des örtlichen Schwitzens wird rein aufgrund der klinischen Angaben des Patienten diagnostiziert und richtet sich nach der Einschränkung im Alltag.

Hyperhidrose Schwere-Einteilung nach der Kanadischen Expertengruppe:

  • Schweregrad 1: Mein Schwitzen fällt nie auf und stört nie meinen Alltag
  • Schweregrad 2: Mein Schwitzen ist auszuhalten und stört manchmal meinen Alltag
  • Schweregrad 3: Mein Schwitzen ist kaum auszuhalten und stört häufig meinen Alltag
  • Schweregrad 4: Mein Schwitzen ist nicht auszuhalten und stört immer meinen Alltag

Ab einem Schweregrad 2 wird zu einer Behandlung geraten.

Glücklicherweise gibt es Arzneimittel und Methoden, das starke lokalisierte Schwitzen zu reduzieren.
Von den nationalen und internationalen Fachgesellschaften wird empfohlen mit sicheren nicht-operativen Behandlungen zu beginnen.

In der ersten Stufe kann gleichberechtigt eine Behandlung mit Botulinumtoxin A (z. B. Botox ® oder Vistabel®), Aluminiumchlorid oder ggf. mit der Iontophorese erfolgen. In der zweiten Stufe können operative Therapien eingesetzt werden. Im Bereich der Achseln, z. B. die Absaugung der Schweissdrüsen.

Eine schwache Hyperhidrose kann mit Aluminiumchlorid behandelt werden, das in einem Gel oder in einer Lösung auf die schwitzenden Areale 1-3 x pro Woche aufgetragen wird. Aluminiumchlorid brennt allerdings oft auf der Haut und kann die Kleidung verfärben.

Bei der Iontophorese wird Gleichstrom 2-5 x pro Woche über 20 Minuten in einem Bad oder mit feuchten Kissen auf die Haut gebracht. Die Behandlung ist aufwendig und die Wirkung, die man erzielen kann ist eher gering.

Bei einer Behandlung mit Botulinumtoxin A (Botox®) wird das sichere Arzneimittel vom Dermatologet direkt in feinster Dosis genau in die ruhig zu stellende Schweißzone injiziert. BOTOX ist in der Schweiz, in Deutschland und in den USA als Arzneimittel zur Behandlung krankhaften Schwitzens (Hyperhidrose) in den Achseln zugelassen. Die Wirkung der Behandlung baut sich stetig innerhalb weniger Tage auf. Der vollständige Erfolg einer Behandlung wird nach 1 bis 2 Wochen sichtbar und fühlbar werden.

Am häufigsten hält die Wirkung etwa 8 Monate an. 
Bei der Injektion von Botuinumtoxin A oder B handelt es sich um eine grundsätzlich gut verträgliche und schon seit 1979 auch bei anderen Anwendungen überwachte Behandlungsmethode.
Dennoch können auch bei dieser Behandlung Nebenwirkungen auftreten.
Am häufigsten von uns beobachtete Nebenwirkungen sind in der Regel von nur vorübergehender Dauer:
- Örtliche Blutergüsse und Schwellungen am Injektionspunkt
- Leichte Spannungsgefühle im Umfeld der behandelten Körperstellen.

Dellwarzen (Mollusken, Mollusca contagiosa): Diagnose

Dellwarzen (Mollusken, Mollusca contagiosa): Diagnose

Dellwarzen (Mollusken, Mollusca contagiosa) sind stecknadelkopf- bis erbsengroße, zentral eingedellte Warzen (Papeln und Knoten), die durch eine Hautinfektion mit dem Molluscum-contagiosum-Virus entstehen.

Molluscum contagiosum ist weltweit verbreitet. Dellwarzen treten aber überwiegend im Kindesalter auf. Bei Erwachsenen kommen Mollusken vor allem dann vor, wenn sie sich zum Beispiel in einer Kortisontherapie befinden oder eine Immunschwäche haben.

Bei Dellwarzen (Mollusken, Mollusca contagiosa) gelingt die Diagnose in der Regel durch das typische Erscheinungsbild der Warzen (sog. Blickdiagnose).

Im Anfangsstadium der Hauterkrankung kann man Dellwarzen aber leicht mit anderen Erkrankungen wie zum Beispiel Genitalwarzen (Condylomata acuminata), gewöhnlichen Warzen (Verrucae vulgares) oder Fettablagerungen an der Haut (Xanthome) verwechseln. Wenn Zweifel bestehen, ob die vorliegenden Hautveränderungen Mollusken sind, kann der Arzt zur Diagnose eine Gewebeprobe entnehmen und mikroskopisch untersuchen: Diese Biopsie ermöglicht es im Zweifelsfall auch, andere Warzenformen oder bösartige Veränderungen der Haut auszuschließen.

Melanom (schwarzer Hautkrebs): Diagnose

Melanom (schwarzer Hautkrebs): Diagnose

Bei einem malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist die erste Diagnose allein anhand des Aussehens der Hautveränderung und ganz ohne Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Hauttumor möglich. Die ABCDE-Regel bietet dabei eine grobe Orientierung: Je mehr Kriterien die Hautveränderung erfüllt, desto wahrscheinlicher ist ein malignes Melanom.

Um das Aussehen der Hautveränderung genau zu beurteilen und ein mögliches malignes Melanom zu erkennen, kommt zur Diagnose die sogenannte Auflichtmikroskopie mit einem speziellem Lupeninstrument, dem Dermatoskop, zum Einsatz. Schwarzer Hautkrebs lässt sich so von anderen Hautverfärbungen, beispielsweise durch einen Bluterguss (Hämatom) oder einen Blutschwamm (Hämangiom), unterscheiden.

Unterstützend können zur Melanom-Diagnose auch Ultraschall (Sonographie) und Blutuntersuchungen zum Einsatz kommen. Zusätzlich sucht der Arzt nach möglichen Tochtergeschwülsten (Metastasen). Oberflächliche Lymphknoten und die Bauchorgane lassen sich mit dem Ultraschall gut darstellen. Um die Lunge auf Tochtergeschwülste zu überprüfen, ist eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs notwendig. Speziellere Untersuchungen wie die Magnetresonanztomographie (Kernspin) des Schädels oder eine Knochenszintigraphie können je nach Ausgangsbefund erforderlich sein.

Stadien

Da bei einem Melanom (schwarzer Hautkrebs) die Therapie vom Krankheitsstadium abhängt, ist bei der Diagnose die Stadien-Einteilung wichtig. In der Klinik unterscheidet man häufig drei Melanom-Stadien (nach EORTC):

  • Ein malignes Melanom im Stadium I hat (noch) keine Lymphknoten befallen und keine Tochtergeschwülste in anderen Organen (Fernmetastasen) gebildet. Die Prognose ist daher günstig.
  • Schwarzer Hautkrebs im Stadium II hat zusätzlich zur Haut die regionalen Lymphknoten befallen.
  • Beim Melanom im Stadium III bestehen außerdem Tochtergeschwülste, beispielsweise in der Lunge oder im Knochen.

Infektiöse Hauterkrankungen bei Reisenden

Infektiöse Hauterkrankungen bei Reisenden

Neben Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen gehören Hauterkrankungen zu den häufigsten Gesundheitsstörungen bei Reisenden. Hierbei handelt es sich zum Teil um Leiden, die weltweit vorkommen, teilweise aber auch um tropenspezifische Erkrankungen. Die häufigsten dermatologischen Probleme bei Reisenden sind jedoch nicht infektionsbedingt, sondern ergeben sich aus einer übermäßigen Sonnenexposition bzw. unzureichenden Sonnenschutzmaßnahmen.

Im Folgenden sind exemplarisch einige der Krankheitsbilder beschrieben, mit denen sich Fernreisende in der tropenmedizinischen Ambulanz vorstellen.

Infektiöse Zellulitis

Neben anderen Erkrankungen wie der Follikulitis und dem Erysipel ist die infektiöse, eitrige Zellulitis eine der am häufigsten beobachteten bakteriellen Hautinfektionen. Es handelt sich um eine gleichzeitige Entzündung aller drei Hautschichten (Epidermis, Dermis und subkutanes Fettgewebe). In einer Auswertung von insgesamt 165 Personen mit Hauterkrankung nach Tropenaufenthalt wurde bei 12.7% der Patienten eine infektiöse Zellulitis diagnostiziert; bei weiteren 8.5% fand sich eine Pyodermie (Ansart 2007). Verursacht wird die Zellulitis meist durch Erreger wie Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes. Auch zahlreiche andere Bakterien kommen in Frage; nach Tropenaufenthalten auch seltene Erreger wie Burkholderia pseudomallei (Erreger der Meloidose) und Chromobacterium violaceum. Symptome: Als Eintrittspforte dienen den Bakterien meist kleinere Hautverletzungen. Entwickelt sich eine infektiöse Zellulitis so findet sich ein schmerzhaftes, gerötetes, ödematös geschwollenes und überwärmtes Hautareal mit unscharfer Begrenzung. Fieber und positive Entzündungsparameter finden sich häufig. Die Behandlung erfolgt antibiotisch, zum Beispiel mit Amoxicillin/Clavulansäure, und sollte mindestens noch drei Tage nach Abklingen der Entzündungszeichen fortgeführt werden. Schutz vor Erkrankung: Frühzeitige Desinfektion selbst kleiner Hautwunden, zum Beispiel mit PVP-Jod-haltigen Präparaten.

Larva cutanea migrans

Die Larva migrans cutanea, auch Hautmaulwurf genannt, ist eine Infektion durch Fadenwurmlarven tropischer Regionen. Diese Larven können mit Hundekot ausgeschieden werden und finden sich an Badestränden oder in verunreinigten Sandkästen. Beim Barfußlaufen können die Erreger in die Haut eindringen. Da es sich bei dem Menschen um einen Fehlwirt handelt, kann sich die Wurmlarve im menschlichen Gewebe nicht vollständig entwickeln. Trotzdem findet bis zum Absterben des Erregers (nach etwa drei Wochen) eine Wanderung des Parasiten unter der Haut statt. Symptome: Der Patient bemerkt einen fadenförmig gewundenen Gang mit teilweise blasiger Abhebung oder Verkrustung und leidet unter starkem Juckreiz. Behandlung: Meist ist die Infektion durch das Auftragen einer Tiabendazol-Salbe gut behandelbar. Selten wird eine medikamentöse Therapie nötig.
Schutz vor Erkrankung: Strandschuhe tragen; möglichst wenig barfußlaufen.

Tungiasis (Sandfloh)

Der in Mittel- und Südamerika sowie in Afrika vorkommende Sandfloh bohrt sich aktiv in die Haut ein. Das Hinterteil mit Atemöffnung und Ausscheidungsorgan bleibt in der Nähe der Hautoberfläche. Symptome: Das Absterben des Tieres nach etwa anderthalb Wochen kann mit einer schmerzhaft eitrigen Entzündung einhergehen. Relativ typisch für einen Sandflohbefall ist eine hyperkeratotische (weißliche) Hautstelle mit einem zentral gelegenen schwarzen Punkt (Hinterteil des Flohs). Die Behandlung der Tungiasis besteht in der sorgfältigen Entfernung des Flohs (in der Frühphase des Befalls) oder ggf. in der großzügigen Exzision der gesamten Läsion. Schutz vor Erkrankung: Beim Liegen am Strand Badetücher als Unterlage verwenden. Unnötiges Barfußlaufen vermeiden.

Myiasis (Fliegenmadenerkrankung)

Zahlreiche Fliegenspezies können eine Fliegenmadenerkrankung hervorrufen. Grundsätzlich besteht stets bei schlechter medizinischer Versorgung und unzureichender persönlicher Hygiene die Möglichkeit einer Ablage von Fliegeneiern in Wunden. Vor allem in Afrika beheimatete Arten wie Cordylobia anthropophaga (Tumbu-Fliege) und Dermatobia hominis können im Larvenstadium aktiv die Haut des Menschen durchdringen. Symptome: Es finden sich häufig beulenartige Entzündungen und mitunter auch tunnelartige Gänge. Die Tumbu-Fliege legt ihre Eier nicht nur auf der Erde, sondern auch auf zum Trocknen aufgehängten Textilien ab. D. hominis belädt blutsaugende Insekten mit Ihren Eiern, im Zuge des Blutsaugevorgangs können die Erreger von der Mücke auf den Mensch überspringen. Die Behandlung besteht in dem Verschluss der offenen Hautläsion (Atemöffnung) mittels Vaseline; anschließend ist oft eine chirurgische Entfernung der Larven erforderlich. Schutz vor Erkrankung: Barfußgehen vermeiden und Wäsche nach dem Trocknen sorgfältig Bügeln.

Filariasis

Filarien sind in den Tropen und Subtropen weit verbreitete Rundwürmer, deren Larven durch verschiedene blutsaugende Insekten auf den Menschen übertragen werden können. Infektionen nach kurzzeitigen Aufenthalten in Endemiegebieten finden sich kaum, meist entstehen Krankheitszeichen erst nach vielen Jahren massiver Exposition mit den Erregern. Nach Langzeitaufenthalten in den Tropen wird die Filariasis jedoch nicht selten beobachtet. So wurde bei 5.4% Tropenrückkehrern, die an einer Hauterkrankung litten, eine Filariasis diagnostiziert (Ansart 2007). Symptome: Oberflächliche Hautschichten, subkutanes Gewebe, aber auch das Lymphgefäßsystem kann befallen werden. Die Diagnosestellung erfolgt histologisch. Die Behandlung der fortgeschrittenen Filariose ist aufwändig. Für eine Eradikation der Filarien kommt die Anwendung von Ivermectin oder Albendazol in Betracht. Schutz vor Erkrankung: Auch bei Langzeitaufenthalten in den Tropen konsequenten Insektenschutz betreiben.

Skabies (Krätze)

Die Krätzmilbe ist weltweit verbreitet, kann aber in den Tropen und/oder unter sehr widrigen hygienischen Bedingungen massiv gehäuft auftreten. Ansart und Kollegen diagnostizierten bei mehr als 10% der Tropenrückkehrer mit dermatologischen Symptomen eine Krätze. Die Milbe durchdringt die Haut des Menschen und bewegt sich in der Epidermis bis zu mehrere Millimeter am Tag fort. Auf der Haut werden Eier abgelegt, aus denen neue Krätzmilben entstehen, die ihrerseits wieder in die Haut des Patienten eindringen. Symptome: Es findet sich ein vielgestaltiges Erscheinungsbild mit Blässchenbildung, massivem Juckreiz, Schuppung der Haut sowie Superinfektion, bedingt durch das heftige Kratzen. Prädelektionsstellen sind die Interdigitalräume sowie die Achsel- und Leistenregion. Die Übertragung erfolgt durch engen körperlichen Kontakt, vor allem unter schlechten hygienischen Bedingungen in Gemeinschaftsunterkünften. Daher sollte sich auch die Behandlung auf gesamte Familien und Wohngemeinschaften erstrecken. Zur Behandlung eignet sich u.a. Benzylbenzoat. Schutz vor Erkrankung: unter schlechten hygienischen Bedingungen sollten enge Kontakte vermieden werden.

Pityriasis versicolor

Es handelt sich um eine in den Tropen sehr häufige Hautinfektion mit dem Hefepilz Malassezia furfur. Betroffen sind vor allem die talgdrüsenreichen Partien im Bereich von Rücken und Brust. Symptome: Es finden sich typischerweise hypopigmentierte Areale, die bis auf einen geringen Juckreiz wenig Beschwerden machen. Die Diagnose erfolgt mikroskopisch mittels eines durchsichtigen Klebebandes, welches mehrfach an die Haut gedrückt wurde. Zur Behandlung können antimykotische Externa, in schweren Fällen (zum Beispiel bei ausgedehntem Hautbefall bei Diabetikern) auch systemische Antimykotika (Ketokonazol, Itrakonazol) zur Anwendung kommen. Schutz vor Erkrankung: Alle Faktoren, die zu vermehrtem Schwitzen führen (zum Beispiel eng anliegende Textilien aus Kunstfaser) vermeiden.

Fazit

Durch sorgfältige Versorgung von Wunden (gilt auch im Fall von „Bagatellverletzungen“) in Verbindung mit einem konsequenten Schutz vor Exposition (Insektenschutz, Tragen von Strandschuhen etc.) und Vermeidung schlechter hygienischer Rahmenbedingungen lässt sich das Risiko für Hautinfektionen deutlich senken. Besonders für Diabetiker, bei denen Hautinfektionen, einschließlich Pilzerkrankungen, in den Tropen besonders häufig beobachtet werden, ist Hauthygiene wichtig. Von Bedeutung ist hierbei auch das umsichtige Vermeiden von Verletzungen, das Trockenhalten der Füße und die sorgfältige Nagelpflege. Diabetiker sollten bei dermatologischen Symptomen frühzeitig einen Arzt aufsuchen.

Quellen:

  • Ansart S, Perez L, Jaureguiberry S, Danis M, Bricaire F, Caumes E. Spectrum of dermatoses in 165 travelers returning from the tropics with skin diseases. Am J Med Hyg 2007; 76: 184-186.
  • Fischer M. Dermatomykosen Eine Übersicht über dermatomykologische Krankheitsbilder in der Reisemedizin. Flugmedizin Tropenmedizin Reisemedizin 2007; 14: 181-186.
  • Meyer CG. Tropenmedizin Infektionskrankheiten. Zweite überarbeitete und erweiterte Auflage. 2007 Verlagsgruppe Hüthig Jahle Rehm GmbH, ecomed Medizin. Landsberg.

Wirksame Pflege gegen Hautunreinheiten

Wirksame Pflege gegen Hautunreinheiten

Nicht nur Jugendliche, auch viele Erwachsene leiden unter Problemen mit dem größten menschlichen Sinnesorgan – der Haut. Oft stehen wir ratlos vor dem Spiegel mit der Frage, wo die unangenehmen Pickel und Mitesser eigentlich herkommen? Die Ursachen dafür sind vielfältiger Natur und meist eine Kombination mehrerer Faktoren. Ernährung, Umweltbelastung, Hormone oder auch seelische Ursachen können dabei eine Rolle spielen. Mit richtiger und regelmäßiger Pflege kann man einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung des Hautzustandes leisten.

Die Entstehung von Pickel & Co.

Jedes Gesicht zeichnet sich durch Einzigartigkeit und Schönheit aus. Manches braucht einfach etwas „Nachhilfe“ in Sachen richtiger Reinigung und Pflege, um die natürlichen Vorzüge noch besser zur Geltung zu bringen und der Entstehung von lästigen Pickeln und Mitessern bestmöglich vorzubeugen.

Von den Talgdrüsen der Haut wird Hautfett nach außen abgegeben. Verstopft der fetthaltige Talg die Poren der Haut, entsteht dadurch ein offener Mitesser, welcher als schwarzer Punkt auf der Haut erkennbar ist. Im geschlossenen Talgdrüsenkanal siedeln sich Keime an, ein Entzündungsprozess entsteht, der schlussendlich zum Pickel führt. Akne z.B. ist eine verstärkte Form der Hautunreinheit und stellt die häufigste Hauterkrankung in den westlichen Industrienationen dar.

Die vermehrte Talgproduktion sorgt für fettige, meist schlecht durchblutete, glänzende Haut – ein idealer Nährboden für Bakterien und Entzündungen. Dies sorgt nicht nur für eine unschöne Optik, auch „Spätschäden“ wie unebene Haut, Flecken oder sogar Narben können die Folge sein.

Pflege nach Maß

Richtige und regelmäßige Pflege ist das um und auf im Kampf gegen Mitesser und Co. Überhöhte Talgproduktionen und auf der Haut befindliche Bakterien müssen behandelt werden. Mit individuell auf den Hautzustand abgestimmten kosmetischen Produkten und konsequenter Anwendung kann enorme Verbesserung erreicht werden. Antiseptische Abdeckprodukte z.B. sind pflegend und lenken von vorhandenen Unreinheiten ab. Weiters sind kühlende und beruhigende Produkte empfehlenswert. Wirkstoffe wie Zink und Schwefel reduzieren die Talgdrüsenproduktion; Kamille, Azulen und Teebaumöl wirken entzündungshemmend.

Grundsätzlich bietet der kosmetische Fachhandel viele Möglichkeiten, Hautunreinheiten wirksam zu bekämpfen. Extrem wichtig ist die richtige Wahl der Tagescreme. Es empfiehlt sich zweimal täglich ein mildes Reinigungsgel und fettarme Feuchtigkeitscreme zu verwenden. Bei zu fetthaltigen Produkten besteht die Gefahr, dass die Bildung von Mitessern gefördert wird. Von der Benutzung von Peeling-Produkten ist eher eingeschränkt zu raten, da Mitesser, die sehr fest in der Haut sitzen, durch das Rubbeln nicht entfernt werden. Um die Haut nicht zu verletzen, darf ein Peeling zudem nur eine geringe Fruchtsäuredosierung aufweisen.

Sollten trotzdem Pickel sprießen, versuchen Sie, sich keinen Stress zu machen. Stress wirkt sich bekanntlich negativ auf uns und auf den Spiegel unserer Seele aus. Überlegen Sie die Hilfe eines Fachmannes in Anspruch zu nehmen. Ein kleiner Trost für alle Pickel-Geplagten: Fettreiche Haut altert langsamer als feinporige Porzellanhaut. Deshalb clever pflegen und etwas Geduld, früher oder später wird man Sie beneiden.

Hautkrebs: Diagnose

Hautkrebs: Diagnose

Schwarzer Hautkrebs

Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) sollte möglichst früh erkannt und behandelt werden. Der Hautarzt kann die Diagnose „schwarzer Hautkrebs“ oft anhand des typischen Aussehens stellen. Der verdächtige Bereich sollte sofort komplett entfernt werden, um ihn anschließend zu untersuchen. Die Diagnose eines Melanoms kann unter anderem mittels eines Auflichtmikroskops (Dermatoskop) sowie durch eine Gewebeprobe (Biopsie) gesichert werden.

Weißer Hautkrebs / heller Hautkrebs

Basaliom

Durch das typische Aussehen eines Basalioms erkennt der Hautarzt diese Form von hellem Hautkrebs in der Regel bei der ersten Begutachtung. Um sicherzugehen, wird jedoch in den meisten Fällen eine Gewebeprobe entnommen und untersucht.

Aktinische Keratose

Ob eine aktinische Keratose vorliegt, kann der Hautarzt im Allgemeinen bereits durch das Betrachten der Hautstelle erkennen. Der betroffene Bereich kann oft schon vor einer sichtbaren Veränderung als aufgeraute Stelle ertastet werden. Sicherheit für die Diagnose gibt eine Gewebeprobe.

Spinaliom

Beim Begutachten der veränderten Hautstellen kann der Hautarzt ein Spinaliom im Allgemeinen bereits am typischen Aussehen erkennen. Eine Bestätigung für die Diagnose bringt eine Gewebeprobe des Hauttumors. In der Nähe des Spinalioms liegende Lymphknoten werden zusätzlich abgetastet. Je nach Befund erfolgt zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung. Eine Röntgenuntersuchung oder Computertomographie kann die Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) in anderen Organen ausschließen.