Hyperhidrose

Welche Beschwerden deuten auf eine Hyperhidrose?

Normales Schwitzen

Dass wir im Sommer verstärkt schwitzen ist ganz normal, da der Körper die von außen kommende Wärme im Rahmen der Körpertemperaturregulation zu einer erhöhten Schweißproduktion aktiviert.

Übergang zur Hyperhidrose

Dennoch gibt es viele Betroffene, die andauernd oder in Stresssituationen von einem Moment zum anderen Schweißausbrüche haben. Je nach Konstitution reichen die Beschwerden von Schweißperlen auf der Stirn, Achselnässe bis hin zu feuchten Innenflächen der Hände.

Wenn dies ohne extreme körperliche Anstrengung auftritt, häufiges Duschen und Händewaschen kaum helfen oder die durchgeschwitzte Kleidung mehrmals täglich gewechselt werden muss, dann kann dies auf eine Hyperhidrose-Erkrankung hinweisen.

Diagnose durch den Arzt

Mediziner sprechen dann von einer Hyperhidrose, der krankhaften Form des Schwitzens, wenn die Schweißproduktion 30 mg pro Minute überschreitet (die individuelle Schweißproduktion kann mit Hilfe einfacher Tests bei Ihrem Arzt bestimmt werden).

Zur Feststellung einer Hyperhidrose-Erkrankung sind auch das Beschwerdebild, die Lebenssituation des Betroffenen und die Krankheitsgeschichte für den Arzt besonders wichtig.

Welche Ursachen hat die Hyperhidrose?

Häufige Auslöser

Oft ist die Hyperhidrose Begleiterscheinung einer anderen Grund-erkrankung. Nicht selten tritt sie z. B. bei Diabetes-Patienten, Patienten mit Bluthochdruck, Übergewicht oder Schilddrüsenkranken auf.

Weitere Grunderkrankungen

Aber auch bei Störungen des Hormonsystems, z. B. in den Wechseljahren oder in Folge der Behandlung mit verschiedenen Arzneimitteln,
kann eine Hyperhidrose hinzukommen. Eine genetische Veranlagung ist insbesondere bei der primären Hyperhidrose, die ohne jegliche Grunderkrankung auftritt, wahrscheinlich.

Lebensqualität von Betroffenen

Mehr als die Hälfte der Patienten sind bei der Ausübung ihres Berufes durch das übermäßige Schwitzen beeinträchtigt – sie erledigten die Aufgaben weniger sorg-fältig und können aufgrund ihrer Arbeitsweise das Pensum kaum bewältigen. Mehr als 80,5 % aller Betroffenen schienen keine gute Lebensqualität vor der durchgeführten Behandlung zu haben.

Auch im gesellschaftlichen Leben ziehen sich viele Betroffene aus ihrem Umfeld
zurück – es ist Ihnen peinlich, denn die Stellung des Schwitzens ist nach wie vor negativ belegt, es gilt als unhygienisch oder asozial. Viele leiden derart unter den Symptomen, dass sie jeglichen Kontakt nach außen meiden und die Psyche stark darunter leidet.

Eigeninitiative ist wichtig

Sprechen Sie mit Ihrem Haus- oder Hautarzt über Ihre Vermutung. Er kann mit Hilfe einfacher Tests vor Ort eine Diagnose stellen und sie entsprechend kompetent und wirksam behandeln.
Gehen Sie auf Ihr Umfeld zu, sprechen Sie mit Ihren Familienangehörigen, Freunden und Kollegen über Ihre Erkrankung und informieren Sie diese hierüber – schon dann werden Sie eine ganz andere Reaktion erfahren, mit deutlich weniger Hemmungen und Vorurteilen.

In Ihrem Alltag hilft es gerade bei emotionalem Schwitzen, sich ausgleichende Tätigkeiten in der Freizeit zu suchen, wie z. B. autogenes Training, Yoga oder Walking. Diese helfen dauerhaft die Therapie zu unterstützen und mit Stress besser umzugehen.

Verzichten Sie auf schweißtreibende Lebensmittel wie Kaffee, Tee oder Alkohol. Auch Nikotin hat eine blutdrucksteigernde und anregende Wirkung, wodurch unser Körper zunehmend schwitzen kann – versuchen Sie hier aktiv Ihr Rauchverhalten zu optimieren, z. B. mit Nikotinpflastern. Nutzen Sie Informationsquellen wie Apothekenzeitschriften, Fachbücher oder Selbsthilfegruppen. Auch das Internet bietet eine große Vielzahl an kompetenten Inhalten zum Thema.

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