Hämophilie (Bluterkrankheit): Diagnose

Hämophilie (Bluterkrankheit): Diagnose

Um bei einer Bluterkrankheit (Hämophilie) die richtige Diagnose zu stellen, fragt der Arzt nach Art und Dauer der Beschwerden. Wenn in der Familie schon Personen an Hämophilie erkrankt sind, ist die Diagnose wahrscheinlicher. Außerdem betrachtet er etwaige Verletzungen und blaue Flecken (Hämatome) und erkundigt sich, wie lange es dauert, bis Wunden verheilen. Dabei legt er besondere Aufmerksamkeit auf Blutergüsse in Gelenknähe sowie auf Blutungen in Muskeln.

Gerinnungsuntersuchungen

Bei der Hämophilie ist die Blutgerinnung gestört. Daher werden bei einer Bluterkrankheit zur Diagnose die Gerinnungswerte und die Menge der Blutplättchen (Thrombozyten) in einer Blutprobe bestimmt.

Hämangiom (Blutschwamm): Diagnose

Hämangiom (Blutschwamm): Diagnose

Bei einem Hämangiom (Blutschwamm) der Haut gelingt die sichere Diagnose anhand der typischen Symptome: Die von der Gefäßanomalie betroffene Hautstelle ist rötlich oder bläulich verfärbt (wie z.B. beim Feuermal), wobei diese Flecken wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß sein können.

Bei einem Hämangiom an inneren Organen erfolgt die Diagnose meist zufällig, während Untersuchungen wegen anderer Krankheiten stattfinden. So ist ein Hämangiom der Leber häufiger Zufallsbefund bei einer Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie (CT) des Bauchraums.

Haarausfall: Diagnose

Haarausfall: Diagnose

Bei Verdacht auf Haarausfall gilt es als Erstes zu klären, welches grundsätzliche Problem besteht: Handelt es sich um einen vermehrten Haarverlust (sog. Effluvium) oder sind kahle Stellen sichtbar (sog. Alopezie)? Es gibt einen Anhaltspunkt, der hilft, den Haarverlust einzuordnen: Verliert jemand regelmäßig täglich mehr als 100 Haare und besteht ein erheblicher Unterschied zwischen der Anzahl abgestoßener und nachgewachsener Haare, liegt die Diagnose Haarausfall sehr nahe.

Häufig sorgen sich Menschen, wenn sie nach dem Haarewaschen im Waschbecken oder der Duschwanne zahlreiche Haare finden. Doch nicht immer ist die Sorge berechtigt: Denn einerseits können schon einige lange, dicke Haare wie ein ganzes Büschel aussehen, andererseits verliert eine Person, die einmal pro Woche Haare wäscht, zu diesem Zeitpunkt mehr Haare als jemand, der dies täglich tut. Betroffene sollten ihren Haarverlust möglichst objektiv einschätzen und ihre Pflegegewohnheiten berücksichtigen.

Um die Ursache des Haarausfalls zu bestimmen, erfasst der Arzt die Krankengeschichte des Betroffenen und erkundigt sich nach der Dauer und dem genauen Verlauf des Haarausfalls. Ebenfalls erfragt er mögliche Ereignisse der letzte Monate, die mit dem Haarausfall zusammenhängen könnten (zum Beispiel Krankheiten, Infekte). Ebenfalls von Interesse ist, ob die Person mit Haarausfall Medikamente einnimmt oder eingenommen hat (bis zu sechs Monate zurückliegend) und ob sie bereits wegen Haarausfalls behandelt oder untersucht wurde.

  • Mögliche Fragen sind:
  • Wann ist Ihnen zum ersten Mal aufgefallen, dass Sie viele Haare verlieren?
  • Hat sich seitdem etwas verändert? Fallen mehr, weniger oder gleich viele Haare aus?
  • Haben Sie andere Beschwerden, etwa an der Haut, festgestellt?
  • Haben Sie das Gefühl, dass Sie an einer oder mehreren bestimmten Stellen besonders viele Haare verlieren?
  • Haben Sie in den letzten Monaten Medikamente eingenommen?
  • Bei Frauen: Haben Sie in den letzten Monaten mit der Pille begonnen oder eine laufendeVerhütung unterbrochen?
  • Waren Sie in den letzen Monaten krank?
  • Leiden Sie an einer chronischen Krankheit?
  • Wie ernähren Sie sich?

Angaben über bekannte internistische Erkrankungen, wie zum Beispiel Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen, zu möglichem erblich bedingtem Haarausfall, zur Häufigkeit der Haarwäsche und zu verwendeten Haarwaschmitteln können ebenfalls hilfreich sein, um eine genaue Diagnose zu stellen. Bei Frauen können darüber hinaus Fragen zu Geburten, Fehlgeburten, Zyklusunregelmäßigkeiten oder zu den Wechseljahren erhellend sein.

In der klinischen Untersuchung des Kopfes prüft der Arzt die Struktur und Menge der Haare und sichtet den Haaransatz. Zudem stellt er fest, wie die Kopfhaut beschaffen ist und wie fest die Haare verankert sind. Dies prüft er mit dem Zupf-Test (Pull-Test). Weiterhin kann eine Untersuchung der Kopfhaut mit einem speziellen Vergrößerungsinstrument (sog. Dermatoskop) Aufschluss über die Ursache geben.

In manchen Fällen kann eine mikroskopische Analyse der Haarwurzeln einiger Haare sinnvoll sein, das sogenannte Trichogramm. Laborbefunde können eine Verdachtsdiagnose bestätigen oder untermauern, etwa wenn sie ergeben, dass eine gestörte Schilddrüsenfunktion oder ein Eisenmangel vorliegt.

Gürtelrose (Herpes zoster): Diagnose

Gürtelrose (Herpes zoster): Diagnose

Bei einer Gürtelrose (Herpes zoster) ergibt sich die Diagnose aus der Befragung des Betroffenen zur Krankheitsgeschichte (Anamnese) sowie anhand der typischen Symptome: brennende Schmerzen und Bläschen auf der Haut in bestimmten Körperregionen.

Nur in Einzelfällen ist zur Diagnose der Gürtelrose ein Nachweis des Erregers – des Varicella-Zoster-Virus (VZV) – erforderlich. Der Erregernachweis ist etwa dann nötig, wenn die Symptome nicht eindeutig auf eine Gürtelrose hinweisen. Oder auch wenn bei den Betroffenen gleichzeitig eine Immunschwäche, eine Erkrankung des Zentralnervensystems (ZNS: Gehirn und Rückenmark) oder eine Lungenentzündung vorliegt.

Zur Diagnose der Gürtelrose können auch eine Blutuntersuchung und eine Untersuchung der Hirnflüssigkeit (Liquor) erfolgen: Bei einer Infektion mit dem Varicella-Zoster-Virus bilden sich im menschlichen Körper sogenannte Antikörper gegen das Virus. Diese erhöhte Antikörperzahl ist im Blut feststellbar. In der Hirnflüssigkeit ist eine leichte Zunahme der Zellzahl und des Eiweißgehalts nachweisbar. Diese Untersuchung ist bei unkomplizierten Verläufen nicht notwendig. Treten jedoch Symptome wie Bewusstseinsstörungen oder Lähmungen auf, kann dies auf einen Gehirn- oder Rückenmarksbefall hinweisen – dann ist eine Untersuchung der Hirnflüssigkeit empfehlenswert.

Da die Gürtelrose häufig bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auftritt, ist es außerdem ratsam, die Betroffenen bei der Diagnose auf Grund- und Begleiterkrankungen zu untersuchen.