Nagelpilz (Onychomykose): Diagnose

Bei einem Nagelpilz (Onychomykose) kann der Arzt die Diagnose oft schon durch typische Symptome wie Nagelverdickung und Nagelverfärbung vermuten. Zusätzlich kann er nach Risikofaktoren fragen, die den Nagelpilz begünstigen.

Um genau herauszufinden, ob und von welchem Pilz der Nagel befallen ist, kann dieser im Labor genauer untersucht werden. Der Arzt schneidet hierfür einen Teil des Nagels ab und nimmt eventuell auch eine Probe der Haut und lässt diesen im Labor unter dem Mikroskop untersuchen. Sind Pilzelemente erkennbar, kann anschließend eine Pilzkultur aus dem Nagelmaterial gezüchtet werden, um festzustellen, um welchen Pilz es sich handelt. Somit kann der Arzt eine genaue Diagnose stellen.

Pocken: Diagnose

Bei Pocken lässt sich die Diagnose anhand der typischen Hautveränderungen in Zusammenhang mit hohem Fieber leicht stellen. Die für die Pocken verantwortlichen Viren selbst sind auf verschiedene Art und Weise nachweisbar: Sie lassen sich zum Beispiel in Material, das aus den Bläschen und Pusteln stammt, unter dem Elektronenmikroskop sichtbar machen. Dieser Test ist innerhalb von einigen Stunden als Schnelltest möglich.

Die Pocken (lat. Variola), auch als Blattern bezeichnet, sind eine durch Viren hervorgerufene, hochgradig ansteckende, lebensgefährliche Infektionskrankheit, die durch typische Hautveränderungen gekennzeichnet ist. Da die Pocken hochansteckend sind, breiteten sie sich in der Vergangenheit in einer ungeschützten Bevölkerung sehr rasch aus. Die Folge waren Pockenepidemien. Eine Epidemie ist ein räumlich und zeitlich gehäufte Auftreten einer Erkrankung. Noch im Jahr 1967 traten weltweit bis zu 15 Millionen registrierte Pockenerkrankungen auf.

Die Pocken gehörten zu den quarantänepflichtigen Erkrankungen, wie Pest, Gelbfieber, Ebola und Cholera. Bei einer Quarantäne sind die Erkrankten für die Dauer der Inkubationszeit streng von anderen Menschen, Gebieten und Gegenständen isoliert, um eine Ausbreitung der Pockenviren zu vermeiden. Da die Pocken als ausgerottet gelten, ist dies heute nicht mehr von praktischer Bedeutung.

Pigmentstörung: Diagnose

Bei einer Pigmentstörung begutachtet der Arzt zur Diagnose zunächst die von den Farbveränderungen der Haut betroffenen Stellen. In vielen Fällen lässt sich die Form der Pigmentstörung schon anhand des äußeren Erscheinungsbilds und der Krankengeschichte (Anamnese) diagnostizieren – zum Beispiel bei Sommersprossen. Im Zweifelsfall kann der Arzt eine Gewebeprobe aus einer farblich veränderten Hautstelle entnehmen und mikroskopisch untersuchen (Biopsie).

Besteht der Verdacht, dass hinter der Pigmentstörung eine erbliche Ursache steckt, kann die Familiengeschichte der Betroffenen dazu beitragen, die Diagnose zu sichern.

Mycosis fungoides: Diagnose

Bei Verdacht auf eine Mycosis fungoides erfolgt zur Diagnose eine Gewebeprobe (Biopsie) aus einem veränderten Bereich der Haut. Es ist jedoch erst dann möglich, die Krebserkrankung sicher zu diagnostizieren, wenn der Tumor in tiefere Hautschichten vorgedrungen ist: Dann findet sich im Blutbild häufig eine leicht vergrößerte Zahl weißer Blutkörperchen (Lymphozyten). Im Labor ist es möglich, sich die weißen Blutkörperchen genauer zu unterscheiden. Zudem sind bestimmte Antikörper (Immunglobuline der Klasse E) bei vielen Menschen mit Mycosis fungoides im Blutserum deutlich erhöht.

Um die geeigneten Therapiemaßnahmen festlegen zu können, bestimmt der Arzt bei der Diagnose der Mycosis fungoides das Krankheitsstadium anhand der vorliegenden Hautveränderungen. Man unterscheidet bei der Krebserkrankung die folgenden Stadien:
•    Stadium I (Ekzemstadium): Die Mycosis fungoides zeigt sich durch gerötete, schuppende Flecken. Lymphknoten sind nicht vergrößert.
•    Stadium II (Plaquestadium): Lymphnoten sind geschwollen, doch es finden sich keine Krebszellen. Die Haut kann flach erhabene Herde (Plaques) und Knötchen aufweisen.
•    Stadium III: Fast die gesamte Haut ist betroffen. In den vergrößerten Lymphknoten finden sich noch keine Krebszellen.
•    Stadium IV: Die Mycosis fungoides hat sich auf die Lymphknoten und über den Blutweg auf innere Organe ausgebreitet. Bis dieses späte Stadium erreicht ist, vergehen oft zehn und mehr Jahre.

Muttermal, Leberfleck: Diagnose

Bei einem Muttermal oder Leberfleck ist eine Diagnose wichtig, um normale, ungefährliche Hauterscheinungen von krankhaften Veränderungen abzugrenzen.

Üblicherweise beurteilt ein Hautarzt (Dermatologe) die Leberflecken mittels eines speziellen Lupeninstruments (Dermatoskop). Dabei achtet er insbesondere auf die Farbe, Begrenzung und Größe der Male. Solche Eigenschaftengeben sind bei Leberflecken zur Diagnose wichtig. Sie geben einen Hinweis darauf, ob es sich um einen normalen ungefährlichen Leberfleck handelt oder einen auffälligen (dysplastischen) Leberfleck. Mit der genauen Begutachtung erkennt der Hautarzt auch solche Leberflecken, die sich zu einem schwarzen Hautkrebs entwickelt haben. Gewissheit darüber, ob ein Muttermal oder Leberfleck gutartig oder bösartig ist, bringt allerdings nur die feingewebliche (histologische) Untersuchung (Biopsie).

Xeroderma pigmentosum: Diagnose

Xeroderma pigmentosum: Diagnose

Xeroderma pigmentosum ist eine seltene autosomal-rezessive Krankheit, die sich an der Haut und den Schleimhäuten zeigt und durch eine Überempfindlichkeit gegenüber ultravioletten Strahlen (UV-Strahlung) charakterisiert ist. Die auch Mondscheinkrankheit genannte Erkrankung beruht auf einem genetischen Defekt des DNA-Reparatursystems, welches bei gesunden Menschen ständig DNA-Schäden korrigiert, die durch den UV-Anteil des Lichts an der menschlichen Erbsubstanz (DNA) verursacht werden. Aufgrund dieses Reparaturdefekts kommt es nicht nur zu starken Sonnenbrandreaktionen, sondern es kann bereits im Kindesalter Hautkrebs entstehen. Betroffene Kinder werden auch als Mondscheinkinder bezeichnet, da sie jeden Kontakt mit Sonnenlicht meiden müssen und andererseits vom Mondlicht keine Gefährdung ausgeht, sodass die Betroffenen zumindest nach Sonnenuntergang ins Freie können.

Bei Xeroderma pigmentosum stellt der Arzt die Diagnose anhand der Symptome. Mithilfe einer Blut- oder Hautprobe kann er überprüfen, wie gut sich die DNA nach Aufenthalten im Sonnenlicht wieder erholt. In einigen Fällen ist bereits möglich, genau nachzuweisen, welcher Gendefekt vorliegt.

Wenn Xeroderma pigmentosum bereits häufiger in einer Familie aufgetaucht ist, kann die Diagnose der auch als Mondscheinkrankheit bezeichneten Erkrankung auch pränatal – also schon während der Schwangerschaft – gestellt werden. Dazu lässt der Arzt kindliche Zellen aus dem Fruchtwasser untersuchen, welche mittels einer sogenannten Amniozentese werden. Dabei sticht er mit einer feinen Kanüle durch die Bauchdecke der Mutter und entnimmt etwas Fruchtwasser. Dieses enthält Zellen des Kindes, die hinsichtlich der DNA-Reparatur beurteilt werden können.

Dellwarzen (Mollusken, Mollusca contagiosa): Diagnose

Dellwarzen (Mollusken, Mollusca contagiosa): Diagnose

Dellwarzen (Mollusken, Mollusca contagiosa) sind stecknadelkopf- bis erbsengroße, zentral eingedellte Warzen (Papeln und Knoten), die durch eine Hautinfektion mit dem Molluscum-contagiosum-Virus entstehen.

Molluscum contagiosum ist weltweit verbreitet. Dellwarzen treten aber überwiegend im Kindesalter auf. Bei Erwachsenen kommen Mollusken vor allem dann vor, wenn sie sich zum Beispiel in einer Kortisontherapie befinden oder eine Immunschwäche haben.

Bei Dellwarzen (Mollusken, Mollusca contagiosa) gelingt die Diagnose in der Regel durch das typische Erscheinungsbild der Warzen (sog. Blickdiagnose).

Im Anfangsstadium der Hauterkrankung kann man Dellwarzen aber leicht mit anderen Erkrankungen wie zum Beispiel Genitalwarzen (Condylomata acuminata), gewöhnlichen Warzen (Verrucae vulgares) oder Fettablagerungen an der Haut (Xanthome) verwechseln. Wenn Zweifel bestehen, ob die vorliegenden Hautveränderungen Mollusken sind, kann der Arzt zur Diagnose eine Gewebeprobe entnehmen und mikroskopisch untersuchen: Diese Biopsie ermöglicht es im Zweifelsfall auch, andere Warzenformen oder bösartige Veränderungen der Haut auszuschließen.

Infektiöse Hauterkrankungen bei Reisenden

Infektiöse Hauterkrankungen bei Reisenden

Neben Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen gehören Hauterkrankungen zu den häufigsten Gesundheitsstörungen bei Reisenden. Hierbei handelt es sich zum Teil um Leiden, die weltweit vorkommen, teilweise aber auch um tropenspezifische Erkrankungen. Die häufigsten dermatologischen Probleme bei Reisenden sind jedoch nicht infektionsbedingt, sondern ergeben sich aus einer übermäßigen Sonnenexposition bzw. unzureichenden Sonnenschutzmaßnahmen.

Im Folgenden sind exemplarisch einige der Krankheitsbilder beschrieben, mit denen sich Fernreisende in der tropenmedizinischen Ambulanz vorstellen.

Infektiöse Zellulitis

Neben anderen Erkrankungen wie der Follikulitis und dem Erysipel ist die infektiöse, eitrige Zellulitis eine der am häufigsten beobachteten bakteriellen Hautinfektionen. Es handelt sich um eine gleichzeitige Entzündung aller drei Hautschichten (Epidermis, Dermis und subkutanes Fettgewebe). In einer Auswertung von insgesamt 165 Personen mit Hauterkrankung nach Tropenaufenthalt wurde bei 12.7% der Patienten eine infektiöse Zellulitis diagnostiziert; bei weiteren 8.5% fand sich eine Pyodermie (Ansart 2007). Verursacht wird die Zellulitis meist durch Erreger wie Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes. Auch zahlreiche andere Bakterien kommen in Frage; nach Tropenaufenthalten auch seltene Erreger wie Burkholderia pseudomallei (Erreger der Meloidose) und Chromobacterium violaceum. Symptome: Als Eintrittspforte dienen den Bakterien meist kleinere Hautverletzungen. Entwickelt sich eine infektiöse Zellulitis so findet sich ein schmerzhaftes, gerötetes, ödematös geschwollenes und überwärmtes Hautareal mit unscharfer Begrenzung. Fieber und positive Entzündungsparameter finden sich häufig. Die Behandlung erfolgt antibiotisch, zum Beispiel mit Amoxicillin/Clavulansäure, und sollte mindestens noch drei Tage nach Abklingen der Entzündungszeichen fortgeführt werden. Schutz vor Erkrankung: Frühzeitige Desinfektion selbst kleiner Hautwunden, zum Beispiel mit PVP-Jod-haltigen Präparaten.

Larva cutanea migrans

Die Larva migrans cutanea, auch Hautmaulwurf genannt, ist eine Infektion durch Fadenwurmlarven tropischer Regionen. Diese Larven können mit Hundekot ausgeschieden werden und finden sich an Badestränden oder in verunreinigten Sandkästen. Beim Barfußlaufen können die Erreger in die Haut eindringen. Da es sich bei dem Menschen um einen Fehlwirt handelt, kann sich die Wurmlarve im menschlichen Gewebe nicht vollständig entwickeln. Trotzdem findet bis zum Absterben des Erregers (nach etwa drei Wochen) eine Wanderung des Parasiten unter der Haut statt. Symptome: Der Patient bemerkt einen fadenförmig gewundenen Gang mit teilweise blasiger Abhebung oder Verkrustung und leidet unter starkem Juckreiz. Behandlung: Meist ist die Infektion durch das Auftragen einer Tiabendazol-Salbe gut behandelbar. Selten wird eine medikamentöse Therapie nötig.
Schutz vor Erkrankung: Strandschuhe tragen; möglichst wenig barfußlaufen.

Tungiasis (Sandfloh)

Der in Mittel- und Südamerika sowie in Afrika vorkommende Sandfloh bohrt sich aktiv in die Haut ein. Das Hinterteil mit Atemöffnung und Ausscheidungsorgan bleibt in der Nähe der Hautoberfläche. Symptome: Das Absterben des Tieres nach etwa anderthalb Wochen kann mit einer schmerzhaft eitrigen Entzündung einhergehen. Relativ typisch für einen Sandflohbefall ist eine hyperkeratotische (weißliche) Hautstelle mit einem zentral gelegenen schwarzen Punkt (Hinterteil des Flohs). Die Behandlung der Tungiasis besteht in der sorgfältigen Entfernung des Flohs (in der Frühphase des Befalls) oder ggf. in der großzügigen Exzision der gesamten Läsion. Schutz vor Erkrankung: Beim Liegen am Strand Badetücher als Unterlage verwenden. Unnötiges Barfußlaufen vermeiden.

Myiasis (Fliegenmadenerkrankung)

Zahlreiche Fliegenspezies können eine Fliegenmadenerkrankung hervorrufen. Grundsätzlich besteht stets bei schlechter medizinischer Versorgung und unzureichender persönlicher Hygiene die Möglichkeit einer Ablage von Fliegeneiern in Wunden. Vor allem in Afrika beheimatete Arten wie Cordylobia anthropophaga (Tumbu-Fliege) und Dermatobia hominis können im Larvenstadium aktiv die Haut des Menschen durchdringen. Symptome: Es finden sich häufig beulenartige Entzündungen und mitunter auch tunnelartige Gänge. Die Tumbu-Fliege legt ihre Eier nicht nur auf der Erde, sondern auch auf zum Trocknen aufgehängten Textilien ab. D. hominis belädt blutsaugende Insekten mit Ihren Eiern, im Zuge des Blutsaugevorgangs können die Erreger von der Mücke auf den Mensch überspringen. Die Behandlung besteht in dem Verschluss der offenen Hautläsion (Atemöffnung) mittels Vaseline; anschließend ist oft eine chirurgische Entfernung der Larven erforderlich. Schutz vor Erkrankung: Barfußgehen vermeiden und Wäsche nach dem Trocknen sorgfältig Bügeln.

Filariasis

Filarien sind in den Tropen und Subtropen weit verbreitete Rundwürmer, deren Larven durch verschiedene blutsaugende Insekten auf den Menschen übertragen werden können. Infektionen nach kurzzeitigen Aufenthalten in Endemiegebieten finden sich kaum, meist entstehen Krankheitszeichen erst nach vielen Jahren massiver Exposition mit den Erregern. Nach Langzeitaufenthalten in den Tropen wird die Filariasis jedoch nicht selten beobachtet. So wurde bei 5.4% Tropenrückkehrern, die an einer Hauterkrankung litten, eine Filariasis diagnostiziert (Ansart 2007). Symptome: Oberflächliche Hautschichten, subkutanes Gewebe, aber auch das Lymphgefäßsystem kann befallen werden. Die Diagnosestellung erfolgt histologisch. Die Behandlung der fortgeschrittenen Filariose ist aufwändig. Für eine Eradikation der Filarien kommt die Anwendung von Ivermectin oder Albendazol in Betracht. Schutz vor Erkrankung: Auch bei Langzeitaufenthalten in den Tropen konsequenten Insektenschutz betreiben.

Skabies (Krätze)

Die Krätzmilbe ist weltweit verbreitet, kann aber in den Tropen und/oder unter sehr widrigen hygienischen Bedingungen massiv gehäuft auftreten. Ansart und Kollegen diagnostizierten bei mehr als 10% der Tropenrückkehrer mit dermatologischen Symptomen eine Krätze. Die Milbe durchdringt die Haut des Menschen und bewegt sich in der Epidermis bis zu mehrere Millimeter am Tag fort. Auf der Haut werden Eier abgelegt, aus denen neue Krätzmilben entstehen, die ihrerseits wieder in die Haut des Patienten eindringen. Symptome: Es findet sich ein vielgestaltiges Erscheinungsbild mit Blässchenbildung, massivem Juckreiz, Schuppung der Haut sowie Superinfektion, bedingt durch das heftige Kratzen. Prädelektionsstellen sind die Interdigitalräume sowie die Achsel- und Leistenregion. Die Übertragung erfolgt durch engen körperlichen Kontakt, vor allem unter schlechten hygienischen Bedingungen in Gemeinschaftsunterkünften. Daher sollte sich auch die Behandlung auf gesamte Familien und Wohngemeinschaften erstrecken. Zur Behandlung eignet sich u.a. Benzylbenzoat. Schutz vor Erkrankung: unter schlechten hygienischen Bedingungen sollten enge Kontakte vermieden werden.

Pityriasis versicolor

Es handelt sich um eine in den Tropen sehr häufige Hautinfektion mit dem Hefepilz Malassezia furfur. Betroffen sind vor allem die talgdrüsenreichen Partien im Bereich von Rücken und Brust. Symptome: Es finden sich typischerweise hypopigmentierte Areale, die bis auf einen geringen Juckreiz wenig Beschwerden machen. Die Diagnose erfolgt mikroskopisch mittels eines durchsichtigen Klebebandes, welches mehrfach an die Haut gedrückt wurde. Zur Behandlung können antimykotische Externa, in schweren Fällen (zum Beispiel bei ausgedehntem Hautbefall bei Diabetikern) auch systemische Antimykotika (Ketokonazol, Itrakonazol) zur Anwendung kommen. Schutz vor Erkrankung: Alle Faktoren, die zu vermehrtem Schwitzen führen (zum Beispiel eng anliegende Textilien aus Kunstfaser) vermeiden.

Fazit

Durch sorgfältige Versorgung von Wunden (gilt auch im Fall von „Bagatellverletzungen“) in Verbindung mit einem konsequenten Schutz vor Exposition (Insektenschutz, Tragen von Strandschuhen etc.) und Vermeidung schlechter hygienischer Rahmenbedingungen lässt sich das Risiko für Hautinfektionen deutlich senken. Besonders für Diabetiker, bei denen Hautinfektionen, einschließlich Pilzerkrankungen, in den Tropen besonders häufig beobachtet werden, ist Hauthygiene wichtig. Von Bedeutung ist hierbei auch das umsichtige Vermeiden von Verletzungen, das Trockenhalten der Füße und die sorgfältige Nagelpflege. Diabetiker sollten bei dermatologischen Symptomen frühzeitig einen Arzt aufsuchen.

Quellen:

  • Ansart S, Perez L, Jaureguiberry S, Danis M, Bricaire F, Caumes E. Spectrum of dermatoses in 165 travelers returning from the tropics with skin diseases. Am J Med Hyg 2007; 76: 184-186.
  • Fischer M. Dermatomykosen Eine Übersicht über dermatomykologische Krankheitsbilder in der Reisemedizin. Flugmedizin Tropenmedizin Reisemedizin 2007; 14: 181-186.
  • Meyer CG. Tropenmedizin Infektionskrankheiten. Zweite überarbeitete und erweiterte Auflage. 2007 Verlagsgruppe Hüthig Jahle Rehm GmbH, ecomed Medizin. Landsberg.

Akne

Was ist Akne?

Unter dem Begriff Akne versteht man unterschiedlich ausgeprägte krankhaft-entzündliche Veränderungen der Haut in Form von Mitessern (Komedonen), Papeln (rote Knötchen unter der Haut), Pusteln (Eiterpickel) und Knoten, die auf eine Erkrankung der Talgdrüsenfollikel zurückzuführen sind. Akne ist nicht ansteckend.

Der Name Akne stammt ab von dem griechischen Wort Akme und bedeutet Reife, Höhepunkt. Weltweit ist die Akne die häufigste Erkrankung der Haut. Insbesondere Teenager und Heranwachsende sind während der Phase der Pubertät häufig davon betroffen (70-87 %). Kriterien, nach denen unterschiedliche Akneformen unterschieden werden, sind: Lebensalter der Betroffenen, Ausprägung und Schweregrad sowie Ursachen der Erkrankung.

Typische Akneformen, die in speziellen Altersgruppen auftreten

  1. Acne neonatorum: Akne bei Neugeborenen.
  2. Acne infantum: Akne in der Zeit vor der Pubertät, ab 3. Lebensmonat.
  3. Acne juvenilis: Akne bei Jugendlichen und Heranwachsenden.
  4. Acne adultorum: Akne bei Erwachsenen; Acne tarda (Spätakne), tritt i. d. R. nach dem 25 Lebensjahr auf.

Akneformen unterschieden nach Ausprägung und Schweregrad

  1. Acne comedonica: Es treten Komedonen (Mitesser; Talganhäufungen in den Ausführungsgängen der Talgdrüsen) auf und es zeigen sich maximal einige wenige, sehr leicht entzündete Knötchen (Papeln); keine Gefahr der Narbenbildung.
  2. Acne papulo-pustulosa: Es treten viele Papeln und Pusteln (Eiterbläschen) auf; Entzündungsprozesse können Narbenbildung zur Folge haben.
  3. Acne conglobata: Neben Papeln und Pusteln treten auch Fistelkomedonen (zwei oder mehr Komedonen sind durch Gangsysteme verbunden) und Knoten auf; Vernarbungen sind die Regel.
  4. Acne fulminans (Acne maligna): vergleichbar mit der Acne conglobata; zusätzliche Symptome: Fieber, Gelenkentzündung, Leukozytose.

Akneformen unterschieden nach Ursachen

Als dritte Möglichkeit der Differenzierung können die unterschiedlichen Akneformen eingeteilt werden nach den zugrunde liegenden Ursachen:

1. Endogene Akneformen: Akneformen mit Ursachen, die im Körper lokalisiert sind; z. B.

  • Stoffwechsel-/Hormonumstellungen in der Pubertät, kann aber auch im Erwachsenenalter z. B. aufgrund von Stoffwechselstörungen auftreten;
  • Androgenetische Akne: tritt bei manchen Frauen z. B. einige Zeit nach einer Geburt oder nach Absetzen der Pille auf; Hintergrund sind Hormonumstellungen;
  • Acne excoriée de jeune fille, auch: Acne arteficialis („Knibbelakne“): tritt auf bei (jungen) Frauen, die zwanghaft schon bei geringen Hautveränderungen die Haut kratzen, quetschen oder drücken; Hintergrund ist ein i. d. R. behandlungsbedürftiges psychisches Problem.

2. Exogene Akneformen: Akneformen mit Ursachen, die außerhalb des Körpers lokalisiert sind; hierzu zählen

  • Acne aestivalis („Mallorca-Akne“): tritt auf nach Sonnenbestrahlung; Ursache sind vermutlich UV-induzierte chemische Reaktionen zwischen freien Radikalen und Lipiden (z. B. aus Kosmetika, Sonnencreme oder Talg), wodurch entzündungsfördernde Stoffe entstehen;
  • Acne cosmetica: tritt auf nach Auftragen von komedogenen Kosmetika;
  • Acne medicamentosa: tritt auf, wenn bestimmte Medikamente eingenommen wurden (z. B. mit Wirkstoffen wie Lithium, Kortikosteroiden u. a.) oder aber auch bei sehr hohen Dosierungen von bestimmten Vitaminen (B6, B12, D2);
  • Acne venenata (Kontaktakne): z. B. Chlor-, Öl- oder Teerakne, auch „Berufsakne“ genannt, da der Kontakt mit dem auslösenden Stoff meist im Berufsalltag zustande kommt.

3. Sonstige Akneformen: z. B.

  • Acne inversa: gravierende Entzündung von Talgdrüsen und Haarfollikeln, häufig z. B. in Achselhöhlen oder Gesäßfalte; Ursachen sind unklar, Rauchen scheint als exogener Faktor bei der Entstehung von Bedeutung zu sein.

Gerüchte über Akne

Über die Akne kursieren viele Gerüchte, die jedoch wissenschaftlich nicht belegt sind. Wichtig zu wissen ist daher: Die Akne ist kein Zeichen für eine Allergie bzw. eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Ebenso wenig ist die Akne Folge schlechter Körperhygiene (häufiges Waschen, insbesondere mit ungeeigneten Seifen o. a. Substanzen kann im Gegenteil die Akne fördern).

In früheren Zeiten wurden zudem insbesondere pubertierende Jugendliche z. B. auch gerne mit der Fehlinformation konfrontiert, dass die Akne Folge sexueller Gedanken und Handlungen sei. Und schließlich herrscht bis heute unter Laien und Betroffenen die irrige Ansicht, dass man Pickel und Mitesser ausdrücken müsse. Von solcherlei Selbstbehandlungen ist dringend abzuraten, da sie zu Infektionen, vergrößerten Wunden und letztendlich zu einer verstärkten Narbenbildung führen können.

Leben mit Akne

Wie bereits oben erwähnt ist die Akne eine Hauterkrankung, die sehr viele Menschen betrifft. Insbesondere Jugendliche leiden zu einem großen Teil zeitweise oder auch über einen längeren Zeitraum geringfügig bis sehr stark unter Akne. Doch auch im Erwachsenenalter kann Akne zu einem nicht nur kosmetischen, sondern auch medizinischen und z. T. auch zu einem psychologischen Problem werden. Durch eine konsequente, durch einen Hautarzt begleitete Aknetherapie kann für die meisten Betroffenen eine deutliche Besserung des Hautbildes erzielt werden.

Dermatologie und Lazermedizin Dermapraxis

Acne comedonica

Medikamentöse Behandlung

Liegen lediglich Komedonen vor, ist die Behebung der follikulären Verhornungsstörung die Behandlung der Wahl.

Während Benzolyperoxid und Azelainsäure lediglich über eine schwache Komedonenlösende Aktivität verfügen, ist dies die Domäne der topischen Retinoide, den synthetischen Derivaten der Vitamin-A-Säure (Retinol). Sie bilden die Basis der spezifischen topischen Behandlung der Verhornungsstörungen. Tabelle 3 nennt die in Deutschland zugelassenen Retinoidsubstanzen.

Tabelle 3 Zur Behandlung der Acne vulgaris zugelassene topische Retinoide

Wirkstoff Kon.[%] Präparat Galenik Mengen
Tretinoin 0,05% Airol® Creme 20g
Cordes® VAS Creme 25g ;50g
Airol® Lösung 50ml
Isotretinoin 0,05% Isotrex® Creme 40g
Gel 50g
0,10% Creme 40g
Adapalen 0,10% Differin® Creme 50g
Gel 50g

Das Irritationspotenzial aller Substanzen ist vergleichsweise hoch, liegt jedoch für Isotretinoin und Adapalen im Vergleich zum Tretinoin günstiger.

Die Substanzen kommen in der Regel einmal täglich, am besten abends zum Einsatz.