Furunkel: Diagnose

Furunkel: Diagnose

Bei einem Furunkel erfolgt die Diagnose nach eingehender Untersuchung der Haut. Ursache für einen Furunkel ist eine bakterielle Entzündung eines Haarbalgs; meistens ist das Bakterium Staphylococcus aureus für die Infektion verantwortlich. Um sicherzugehen, dass dieser Erreger die Entzündung des Haarbalgs – und somit den Furunkel – verursacht hat, ist ein Abstrich nötig. Durch eine labormedizinische Untersuchung des Eiters lässt sich der Erreger identifizieren.

Da ein unerkannter Diabetes mellitus Furunkel begünstigen kann, ist es bei der Diagnose wichtig, den Blutzucker zu bestimmen, um einen Diabetes auszuschliessen.

Feuermal: Diagnose

Feuermal: Diagnose

Bei einem Feuermal (Naevusflammeus) kann die Diagnose anhand des Erscheinungsbilds und des Verlaufs in den ersten Lebensmonaten gestellt werden. Probeentnahmen aus der befallenen Haut sind überflüssig, da sich in der frühen Kindheit nur eine vermehrte Gefässanzahl in der Haut nachweisen lässt. Erst mit zunehmendem Alter wird der beim Feuermal typisch vergrößerte Gefäßdurchmesser (ektatische Gefäßlumina) und einerhöhter Gehalt an rotten Blutkörperchen in den Gefäßen erkennbar.

Wegen der Verbindung des Feuermals mit verschiedenen Syndromen sollten die Kinder gezielt auf weitere Fehlbildungen untersucht werden. Tritt ein Feuermal zum Beispiel im Bereich des Gesichts auf und folgt in seiner Ausdehnung einem Gesichtsnerv (Trigeminus I-III), sollten regelmäßig die Hirnströme (EEG) und der Augendruck gemessen werden, um ein Glaukom ausschliessen zu können.

Wichtig ist die frühzeitige Abgrenzung eines Feuermals vom Blutschwämmchen (Hämangiom). Dieses kann in den ersten Wochen ebenfalls als rötlicher großflächiger Fleck erscheinen, sich dann aber bereits in den ersten vier bis sechs Wochen schnell verändern. Das Hämangiom ist im Gegensatz zum Feuermal ein embryonaler Tumor, welcher mit der Zeit dunkler wird, sich in den Randbereichen ausdehnt und erhabener oder knotiger wird. Es ist sinnvoll, Säuglinge mit unklarem rötlichem Fleck regelmässig zu untersuchen, um im Fall eines Hämangioms eine frühzeitige Behandlung einzuleiten und unnötige Komplikationen zu vermeiden.

Dermatitis, atopische: Diagnose

Dermatitis, atopische: Diagnose

Bei der Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) erfolgt die Diagnose anhand der Krankengeschichte (Anamnese) und einer gründlichen körperlichen Untersuchung. Die Anamnese ergibt in vielen Fällen Hinweise auf eine Allergie oder deckt auf, dass Verwandte des Betroffenen eine Neurodermitis haben. Bei der Untersuchung liefern oft die Körperstellen, an denen die Hautveränderungen auftreten, schon Hinweise darauf, ob es sich um eine Neurodermitis handelt oder nicht.

Außerdem gibt es körperliche Merkmale, die bei Neurodermitis verstärkt auftreten und so zur Diagnose beitragen können, wie vertiefte Handlinien (Ichthyosis-Hände), eine doppelte Falte am Augenunterlid (sog. Dennie-Morgan-Falte) oder verstärkte Schatten im Bereich der Augen (übernächtigtes Aussehen).

Zusätzlich können Hauttests und Blutuntersuchungen bei der Neurodermitis-Diagnose darüber Aufschluss geben, wie empfindlich die Betroffenen auf bestimmte Fremdstoffe reagieren.

Hauttests

Bei einer Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) sollen zur Diagnose eingesetzte Hauttests Aufschluss darüber geben, ob der Körper auf bestimmte Substanzen mit einer überschießenden Immunantwort reagiert. Dies ist bei Neurodermitis typischerweise der Fall. Übliche Substanzen, auf die man testet, sind zum Beispiel Blütenpollen, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel oder Tierhaare. Dabei bringt man Flüssigkeiten, in denen diese Allergene gelöst sind, durch kleine Kratzer in die Haut ein (sog. Prick-Test) oder befestigt sie mit Pflastern auf der Haut. Je nach Test lässt sich das Ergebnis nach Minuten oder wenigen Tagen ablesen.

Blutuntersuchungen

Mit den bei einer Neurodermitis (atopisches Ekzem, atopische Dermatitis) zur Diagnose eingesetzten Blutuntersuchungen lässt sich überprüfen, ob Abwehrstoffe (Immunglobuline) vorhanden sind, welche die Entzündungsreaktion der Haut hervorrufen. Durch bestimmte Laboruntersuchungen lässt sich die Menge an sogenanntem Immunglobulin E (IgE) bestimmen, das bei Allergien und auch bei Neurodermitis erhöht ist. In einem weiteren Schritt ist es möglich, den Fremdstoff (Allergen) zu identifizieren, gegen den das IgE gerichtet ist.

Basaliom (Basalzellkarzinom): Definition

Basaliom (Basalzellkarzinom): Definition

Das Basaliom (Basalzellkarzinom) ist ein Tumor der Haut (Hautkrebs). Es entwickelt sich aus den sogenannten Basalzellen an der Basis der Oberhaut (Epidermis). An der entsprechenden Stelle bildet sich zunächst ein oft unbemerkt bleibendes Knötchen oder eine Verhärtung in der Haut. Die Färbung entspricht der normalen Haut.

Typisch für ein Basaliom sind sehr feine rote Äderchen (sog. Teleangiektasien) am Rand des Tumors. Manchmal ähnelt der helle Hautkrebs einer entzündlichen Hauterkrankung wie der Schuppenflechte (Psoriasis).

Es gibt verschiedene Erscheinungsformen des Basalioms:

  • Solides (knotiges) Basaliom: Glasiger, hautfarbener Tumor in Halbkugelform, der von erweiterten, geschlängelten Gefäßen (Teleangiektasien) überzogen ist.

  • Zikatrisierendes Basaliom: Sich in der Mitte verändernder, nach innen wachsender Tumor mit perlschnurartigem Rand und Teleangiektasien.

  • Sklerodermiformes Basaliom: Oft unauffällige (hautfarbene) Verhärtung des Gewebes ohne Teleangiektasien und perlschnurartigem Randsaum (daher oft unerkannt).

  • Exulzerierendes Basaliom (Ulcerus rodens): Oberflächlicher, sich ausbreitender Tumor mit perlschnuratigem Rand und Teleangiektasien, der nicht in tiefere Strukturen wächst.

  • Destruierendes Basaliom (Ulcus terebans): In die Tiefe wachsender Tumor, der Knorpel und Knochen zerstört und zu Blutungen neigt.

  • Pigmentiertes Basaliom: Stark pigmentiertes, knotiges oder oberflächliches Basaliom, mit glasiger Oberflächenbeschaffenheit, Teleangiektasien und perlschnurartigen Formationen.

  • Rumpfhautbasaliom (superfizielles Basaliom): Meist scharf begrenzter Herd von braun-rötlicher Farbe und unauffälliger perlschnurartiger Formation. Diese Basaliome findet man häufig bei älteren Personen, die sich in jungen Jahren aufgrund einer Schuppenflechte (Psoriasis) mit Arsen behandeln ließen.

Neben diesen Formen gibt es weitere Sonderformen von Basaliomen. Oft treten auch Mischformen auf.

Über einen Zeitraum von Monaten oder sogar Jahren bildet sich ein glasiger, kugeliger beziehungsweise knotiger Tumor mit aufgeworfenem Rand. Es gibt auch oberflächliche und krater- beziehungsweise geschwürartige Basaliome. Eine weitere Form des Basalioms ähnelt Narben, wobei der perlschnurartige Rand charakteristisch ist. Die tatsächliche Tumorgröße kann dabei über die sichtbaren Hautveränderungen hinausreichen. Größere Basaliome neigen dazu, sich in ihrer Mitte stark zu verändern und einzuschmelzen.

Ohne Behandlung wächst das Basaliom örtlich immer weiter. Es kann Knorpelgewebe und Knochen zerstören. Da es nur äußerst selten Tochtergeschwulste (Metastasen) im Körper bildet, gilt es als halbbösartig (semimaligne).

Obwohl dies kein medizinischer Fachbegriff ist, wird das Basaliom zusammen mit dem Spinaliom (Plattenepithelkarzinom) – einer weiteren Hautkrebsform – auch heller oder weißer Hautkrebs genannt, um es vom Melanom, dem schwarzen Hautkrebs, abzugrenzen.

Häufigkeit

Das Basaliom (Basalzellkarzinom) tritt bevorzugt im höheren Lebensalter auf (das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren). Durch das veränderte Freizeitverhalten (z.B. der Besuch von Solarien oder Reisen in Gebiete mit starker Sonneneinstrahlung) erkranken zunehmend auch jüngere Menschen am Basaliom. Blonde oder rothaarige, hellhäutige Menschen mit blauen Augen, die leicht einen Sonnenbrand bekommen (sog. keltischer Hauttyp), zählen zu den Hauptrisikogruppen für ein Basaliom. Auch Menschen, die im Freien arbeiten oder die sich aus anderen Gründen intensiv UV-Strahlung aussetzen, sind besonders gefährdet.

Ein Basaliom entwickelt sich typischerweise an den stark dem Licht ausgesetzten Stellen des Gesichts und des Kopfs (Glatze) sowie am Hals (80 % der Fälle). Äußerst selten ist es am Rumpf zu finden.

In der hellhäutigen Bevölkerung ist das Basaliom der häufigste bösartige Hauttumor. In Deutschland erkranken etwa 100 von 100.000 Einwohnern jährlich an einem Basaliom – dies entspricht einer Häufigkeit von 0,1 Prozent.