Acne comedonica

Medikamentöse Behandlung

Liegen lediglich Komedonen vor, ist die Behebung der follikulären Verhornungsstörung die Behandlung der Wahl.

Während Benzolyperoxid und Azelainsäure lediglich über eine schwache Komedonenlösende Aktivität verfügen, ist dies die Domäne der topischen Retinoide, den synthetischen Derivaten der Vitamin-A-Säure (Retinol). Sie bilden die Basis der spezifischen topischen Behandlung der Verhornungsstörungen. Tabelle 3 nennt die in Deutschland zugelassenen Retinoidsubstanzen.

Tabelle 3 Zur Behandlung der Acne vulgaris zugelassene topische Retinoide

Wirkstoff Kon.[%] Präparat Galenik Mengen
Tretinoin 0,05% Airol® Creme 20g
Cordes® VAS Creme 25g ;50g
Airol® Lösung 50ml
Isotretinoin 0,05% Isotrex® Creme 40g
Gel 50g
0,10% Creme 40g
Adapalen 0,10% Differin® Creme 50g
Gel 50g

Das Irritationspotenzial aller Substanzen ist vergleichsweise hoch, liegt jedoch für Isotretinoin und Adapalen im Vergleich zum Tretinoin günstiger.

Die Substanzen kommen in der Regel einmal täglich, am besten abends zum Einsatz.

Therapie der Akne

Diese erfolgt in der Regel topisch. Bei Vorliegen einer Acne conglobata sowie auf eine äußerliche Behandlung ungenügend ansprechende Akneverläufe ist die orale Isotretinoingabe notwendig.

Topische Aknebehandlung

Aknebasistherapie

Die störende Seborrhö wird durch optimierte Aknebasistherapeutika behandelt, die auch noch über einen gewissen Zeitraum nach Abheilung spezifischer Akneläsionen im Rahmen eines präventiven Ansatzes Verwendung finden sollen. Tabelle 2 listet hautverträgliche Produkte auf. Weiteres Ziel der Basistherapie ist eine Milderung der durch spezifische Aknetherapeutika verursachten irritativen Reaktionen. Durch eine Akne-gerechte Basistherapie wird zum einen verhindert, dass der Therapieeffekt durch nicht-adäquate

Pflegepräparate gestört wird und zum anderen dass die Medikamenten-induzierten Nebenwirkungen nicht zu einem Abbruch der Behandlung durch den Patienten führen.

Tabelle 2 Für Reinigung und Pflege bei Aknepatienten empfehlenswerte Produkte

Produkt Reinigung Pflege Tonic
Effaclar Reinigender Gesichtsschaum A.I. Fluid Klärende Reinigunslotion
Hydroderm Gesichts-Reinigung Gesichts-Fluid Gesichts-Tonic
Sébium Reinigungsgel AKN Active Creme

Diät und Akne

Ein hoher Konsum von Milchprodukten und Nahrungsmitteln mit einem hohen glykämischen Index können Akne über erhöhten 5-alpha-Dihydrotestosteron-Spiegel verschlechtern. Der glykämische Index beschreibt die Wirkung von Kohlenhydraten auf den Blutzuckerspiegel. Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index induzieren einen starken Insulinanstieg. Hierzu gehören z.B. Bratkartoffeln, Pommes frites oder sehr weißes Brot, das für die Zubereitung von Hamburgern verwendet wird.

Diagnostik

Die Diagnose wird klinisch gestellt. Laboruntersuchungen sind nicht notwendig.

Differentialdiagnose

Der Komedo ist die zentrale Effloreszenz, die die Akne charakterisiert und die auch die Abgrenzung gegenüber anderen im Gesicht lokalisierten Erkrankungen möglich macht (Tabelle 1).

Tabelle 1 Differentialdiagnosen und wichtige klinische Unterscheidungshilfen zur Abgrenzung

Erkrankung Abgrenzungsmöglichkeiten zur Akne
Periorale Dermatits Lokalisation betont perioral, perinasal und periokulär;keine Komedonen;
Rosacea neben Papeln und Papulopusteln auch Teleangiektasien und persistierende Erytheme im Wangenbereich; keine Komedone

Nagelpilz (Onychomykose): Diagnose

Bei einem Nagelpilz (Onychomykose) kann der Arzt die Diagnose oft schon durch typische Symptome wie Nagelverdickung und Nagelverfärbung vermuten. Zusätzlich kann er nach Risikofaktoren fragen, die den Nagelpilz begünstigen.

Um genau herauszufinden, ob und von welchem Pilz der Nagel befallen ist, kann dieser im Labor genauer untersucht werden. Der Arzt schneidet hierfür einen Teil des Nagels ab und nimmt eventuell auch eine Probe der Haut und lässt diesen im Labor unter dem Mikroskop untersuchen. Sind Pilzelemente erkennbar, kann anschließend eine Pilzkultur aus dem Nagelmaterial gezüchtet werden, um festzustellen, um welchen Pilz es sich handelt. Somit kann der Arzt eine genaue Diagnose stellen.

Pocken: Diagnose

Bei Pocken lässt sich die Diagnose anhand der typischen Hautveränderungen in Zusammenhang mit hohem Fieber leicht stellen. Die für die Pocken verantwortlichen Viren selbst sind auf verschiedene Art und Weise nachweisbar: Sie lassen sich zum Beispiel in Material, das aus den Bläschen und Pusteln stammt, unter dem Elektronenmikroskop sichtbar machen. Dieser Test ist innerhalb von einigen Stunden als Schnelltest möglich.

Die Pocken (lat. Variola), auch als Blattern bezeichnet, sind eine durch Viren hervorgerufene, hochgradig ansteckende, lebensgefährliche Infektionskrankheit, die durch typische Hautveränderungen gekennzeichnet ist. Da die Pocken hochansteckend sind, breiteten sie sich in der Vergangenheit in einer ungeschützten Bevölkerung sehr rasch aus. Die Folge waren Pockenepidemien. Eine Epidemie ist ein räumlich und zeitlich gehäufte Auftreten einer Erkrankung. Noch im Jahr 1967 traten weltweit bis zu 15 Millionen registrierte Pockenerkrankungen auf.

Die Pocken gehörten zu den quarantänepflichtigen Erkrankungen, wie Pest, Gelbfieber, Ebola und Cholera. Bei einer Quarantäne sind die Erkrankten für die Dauer der Inkubationszeit streng von anderen Menschen, Gebieten und Gegenständen isoliert, um eine Ausbreitung der Pockenviren zu vermeiden. Da die Pocken als ausgerottet gelten, ist dies heute nicht mehr von praktischer Bedeutung.

Pigmentstörung: Diagnose

Bei einer Pigmentstörung begutachtet der Arzt zur Diagnose zunächst die von den Farbveränderungen der Haut betroffenen Stellen. In vielen Fällen lässt sich die Form der Pigmentstörung schon anhand des äußeren Erscheinungsbilds und der Krankengeschichte (Anamnese) diagnostizieren – zum Beispiel bei Sommersprossen. Im Zweifelsfall kann der Arzt eine Gewebeprobe aus einer farblich veränderten Hautstelle entnehmen und mikroskopisch untersuchen (Biopsie).

Besteht der Verdacht, dass hinter der Pigmentstörung eine erbliche Ursache steckt, kann die Familiengeschichte der Betroffenen dazu beitragen, die Diagnose zu sichern.

Mycosis fungoides: Diagnose

Bei Verdacht auf eine Mycosis fungoides erfolgt zur Diagnose eine Gewebeprobe (Biopsie) aus einem veränderten Bereich der Haut. Es ist jedoch erst dann möglich, die Krebserkrankung sicher zu diagnostizieren, wenn der Tumor in tiefere Hautschichten vorgedrungen ist: Dann findet sich im Blutbild häufig eine leicht vergrößerte Zahl weißer Blutkörperchen (Lymphozyten). Im Labor ist es möglich, sich die weißen Blutkörperchen genauer zu unterscheiden. Zudem sind bestimmte Antikörper (Immunglobuline der Klasse E) bei vielen Menschen mit Mycosis fungoides im Blutserum deutlich erhöht.

Um die geeigneten Therapiemaßnahmen festlegen zu können, bestimmt der Arzt bei der Diagnose der Mycosis fungoides das Krankheitsstadium anhand der vorliegenden Hautveränderungen. Man unterscheidet bei der Krebserkrankung die folgenden Stadien:
•    Stadium I (Ekzemstadium): Die Mycosis fungoides zeigt sich durch gerötete, schuppende Flecken. Lymphknoten sind nicht vergrößert.
•    Stadium II (Plaquestadium): Lymphnoten sind geschwollen, doch es finden sich keine Krebszellen. Die Haut kann flach erhabene Herde (Plaques) und Knötchen aufweisen.
•    Stadium III: Fast die gesamte Haut ist betroffen. In den vergrößerten Lymphknoten finden sich noch keine Krebszellen.
•    Stadium IV: Die Mycosis fungoides hat sich auf die Lymphknoten und über den Blutweg auf innere Organe ausgebreitet. Bis dieses späte Stadium erreicht ist, vergehen oft zehn und mehr Jahre.

Muttermal, Leberfleck: Diagnose

Bei einem Muttermal oder Leberfleck ist eine Diagnose wichtig, um normale, ungefährliche Hauterscheinungen von krankhaften Veränderungen abzugrenzen.

Üblicherweise beurteilt ein Hautarzt (Dermatologe) die Leberflecken mittels eines speziellen Lupeninstruments (Dermatoskop). Dabei achtet er insbesondere auf die Farbe, Begrenzung und Größe der Male. Solche Eigenschaftengeben sind bei Leberflecken zur Diagnose wichtig. Sie geben einen Hinweis darauf, ob es sich um einen normalen ungefährlichen Leberfleck handelt oder einen auffälligen (dysplastischen) Leberfleck. Mit der genauen Begutachtung erkennt der Hautarzt auch solche Leberflecken, die sich zu einem schwarzen Hautkrebs entwickelt haben. Gewissheit darüber, ob ein Muttermal oder Leberfleck gutartig oder bösartig ist, bringt allerdings nur die feingewebliche (histologische) Untersuchung (Biopsie).

Läusebefall (Pedikulose): Diagnose

Um bei einem Läusebefall (Pedikulose) eine Diagnose zu stellen, nimmt der Arzt den gesamten Körper in Augenschein und betrachtet ihn eingehend mit einer Lupe bei guter Beleuchtung.

Dabei ist es wichtig, auch die Schambehaarung, die Achselhöhlen und die Wimpern zu untersuchen. Die gelbgraue Farbe der Läuse erschwert es, sie auf heller Haut zu erkennen. Nach einem Blutmahl nehmen die Läuse eine rostrote Farbe an und sind dann besser sichtbar.
•    Bei Kopflausbefall kann ein spezieller Läusekamm das Auffinden von Läusen oder ihren Eiern (den Nissen) erleichtern.
•    Liegt ein Filzlausbefall vor, untersucht der Arzt die Haut nicht nur auf Läuse und Nissen, sondern auch auf durch Läusestiche verursachte blaue Flecken (Taches bleues, Maculae caeruleae).
•    Kleiderläuse lassen sich hingegen an den Nähten von Unterwäsche und Kleidung ausfindig machen. Beim Betroffenen entstehen typische streifenförmige Hautmale durch das Kratzen.

Xeroderma pigmentosum: Diagnose

Xeroderma pigmentosum: Diagnose

Xeroderma pigmentosum ist eine seltene autosomal-rezessive Krankheit, die sich an der Haut und den Schleimhäuten zeigt und durch eine Überempfindlichkeit gegenüber ultravioletten Strahlen (UV-Strahlung) charakterisiert ist. Die auch Mondscheinkrankheit genannte Erkrankung beruht auf einem genetischen Defekt des DNA-Reparatursystems, welches bei gesunden Menschen ständig DNA-Schäden korrigiert, die durch den UV-Anteil des Lichts an der menschlichen Erbsubstanz (DNA) verursacht werden. Aufgrund dieses Reparaturdefekts kommt es nicht nur zu starken Sonnenbrandreaktionen, sondern es kann bereits im Kindesalter Hautkrebs entstehen. Betroffene Kinder werden auch als Mondscheinkinder bezeichnet, da sie jeden Kontakt mit Sonnenlicht meiden müssen und andererseits vom Mondlicht keine Gefährdung ausgeht, sodass die Betroffenen zumindest nach Sonnenuntergang ins Freie können.

Bei Xeroderma pigmentosum stellt der Arzt die Diagnose anhand der Symptome. Mithilfe einer Blut- oder Hautprobe kann er überprüfen, wie gut sich die DNA nach Aufenthalten im Sonnenlicht wieder erholt. In einigen Fällen ist bereits möglich, genau nachzuweisen, welcher Gendefekt vorliegt.

Wenn Xeroderma pigmentosum bereits häufiger in einer Familie aufgetaucht ist, kann die Diagnose der auch als Mondscheinkrankheit bezeichneten Erkrankung auch pränatal – also schon während der Schwangerschaft – gestellt werden. Dazu lässt der Arzt kindliche Zellen aus dem Fruchtwasser untersuchen, welche mittels einer sogenannten Amniozentese werden. Dabei sticht er mit einer feinen Kanüle durch die Bauchdecke der Mutter und entnimmt etwas Fruchtwasser. Dieses enthält Zellen des Kindes, die hinsichtlich der DNA-Reparatur beurteilt werden können.